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„Dann machen wir eine Weltuntergangsparty“

Herr Lindner, es ist zwar noch eine Weile hin, aber wissen Sie vielleicht, was Sie am Freitag, dem 21. Dezember 2012, machen? Da werde ich wohl tief in der Weihnachtsvorbereitung stecken.

Oder ich fahre nach Dresden zur Staats- und Universitätsbibliothek, die veranstalten eine Weltuntergangsparty. Das wird bestimmt lustig dort.

Der Weltuntergang an diesem Tag war das Thema Ihres Vortrages im Planetarium. Herrschte Weltuntergangsstimmung?

Nein, nein, überhaupt nicht. Es geht doch bei meinem Vortrag um den Maya-Kalender, der nichts anderes besagt, als dass an diesem Tag ein Zyklus endet und ein neuer anfängt. Viele, besonders die Esoteriker, deuten dieses Datum aber als eines, an dem die Welt untergehen soll.

Aber haben die Mayas recht, müssen wir uns Sorgen um unser Dasein machen?

Fest steht, dass die Sonnenaktivität bis 2012 zunehmen wird. Es wird zu Sonnenorkanen kommen, deren Auswirkungen wir auf der Erde spüren werden. Es kann zu Polsprüngen kommen und einige Experten vermuten, dass ein Ausbruch des unter dem Yellowstone-Nationalpark liegenden Supervulkans nicht ganz auszuschließen ist. Aber einen Weltuntergang werden wir definitiv nicht erleben .

Wie stellen Sie sich den eigentlich vor? Kann man sich solch ein Ereignis überhaupt vorstellen?

J eder hat da ja seine eigene Vorstellung. Weltuntergang, das ist für mich, wenn sich durch einen Kometeneinschlag die Lebensbedingungen rapide verändern. Die Luft vergiftet ist, das Wasser nicht mehr trinkbar und die Temperaturen drastisch in den Minusbereich gehen, die Sonne nicht mehr scheint. Wenn wir Pech haben, kommt aber irgendwann einmal ein Himmelskörper aus der Sonne auf die Erde zu. Das wäre ein Ereignis, auf das wir dann nicht mehr rechtzeitig reagieren könnten .

Angeblich soll die kosmische Konstellation am 21. Dezember 2012 ziemlich ungünstig sein. Was sagen Sie als Hobby-Astronom zu dieser These?

Aus unserer Sicht wird die Planetenkonstellation an diesem Tag nicht ungewöhnlich sein.

Wollen Sie am 21. Dezember 2012 im Planetarium noch einmal einen Vortrag zum Thema „Weltuntergang“ halten?

An diesem Tag sicher nicht, weil alle Vereinsmitglieder mit den Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest beschäftigt sein dürften. Aber eine Woche vorher werden wir unseren klassischen Vortrag „Der Stern von Bethlehem“ halten. Und vielleicht danach eine kleine Feier mit Sekt veranstalten, weil das Leben auf der Welt auch nach dem 21. Dezember 2012 weitergehen wird.

Mit Peter Lindner

sprach Rainer Könen