Von Rainer Könen

Tanzen ist anstrengend. Tanzen ist Kunst. Tanzen ist schön, macht aber viel Arbeit. Die Anstrengung soll der Kunst nicht anzumerken sein. Ein gelungener Auftritt braucht eine jahrelange Vorbereitung.

Am Samstag hat es bei der elften Ausgabe des Foucault Advents Dance Cups eine Menge gelungener Auftritte gegeben. Und es gab eine Rekordbeteiligung bei diesem mittlerweile größten Dance-Contest der Region. Weit über 600 Teilnehmer waren es dieses Mal, die nach Hoyerswerda gekommen waren. Aus Bad Liebenwerda, Freital, Berlin oder Dresden, aus Tanzstudios und - vereinen, aus Schulen oder Kulturzentren waren sie in die Zuse-Stadt gereist. Irgendwie wurde man an diesem Samstag das Gefühl nicht los, dass das, was da in der Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) abging, einem großen Mädelstreff nicht ganz unähnlich war. Ja, gut, ein paar tanzmutige Jungs waren auch dabei. Aber Tatsache ist: Streetdance, Hip Hop oder Cheerleading, das ist ein Metier, welches jungen Frauen nun mal einfach mehr im Blut liegt.

Tine Derichs war mit ihrer Tanzgruppe ebenfalls dabei. Aus Weißwasser waren sie gekommen, die SkAngelz. 27 Mädchen im Alter von zwölf bis 15 Jahren. „Wir machen hier seit dem zweiten Dance Cup mit“, so die 25-jährige Trainerin, die von der familiären Atmosphäre bei diesem Turnier schwärmte. „Die schätzen meine Mädchen sehr“, so die junge Frau. Und ja, man war bisher beim Dance Cup oft erfolgreich. Auch in diesem Jahr? „Ich hoffe doch“, sagt Tine Derichs und lacht.

In diesem Jahr hatte der ausrichtende Tanzclub Schwarz-Gold Hoyerswerda eine Neuerung eingeführt. Der Dance Cup ist am Vormittag mit den Wettkämpfen der „Kids Solo und Duo“ eröffnet worden. Überhaupt war man bei den Organisatoren, die wieder von zahlreichen Helfern unterstützt wurden, mehr als zufrieden mit dem Ablauf dieses Tanz-Events, welches natürlich für volle Tribünen sorgte. „Der Dance Cup ist zu einem Selbstläufer geworden“, sagt Stefan Kaiser, Abteilungsleiter Tanzen im Sportclub Hoy­erswerda. Die Zahl der Anmeldungen nehme alljährlich zu. Warum das so ist? Wer sich auf den Traversen umhörte, erfuhr, dass „die Organisation super ist“, so ein Lübbenauer.

Einige Dresdner, die alljährlich nach Hoyerswerda kommen, fanden, dass „die Qualität der Teilnehmer beachtlich ist“. „Für uns Tänzer ist das eine Art Fortbildung“, erklärte es eine Studentin aus Leipzig. Und es war vor allem eine Veranstaltung, auf der schnell hör- und sichtbar wurde, was alles möglich ist, wenn man das macht, was einem richtig Spaß macht. Etliche Gruppen hatten ganze Fangruppen mit in die Halle gebracht. Da brandete jedes Mal Applaus und großes Gekreische von der Tribüne auf, wenn diejenigen, denen sie besonders fest die Daumen drückten, das lichtumflirrte Parkett betraten. Die Leistungen, freute sich Stefan Kaiser, seien von Jahr zu Jahr gewachsen. Die Jury, aus Paluccaschulabsolventen, renommierten Ballerinnen und einem Tanzlehrer bestehend, hatte es nicht einfach. Oft entschieden nur Kleinigkeiten. Bewertet wurden Choreographie, Synchronität, Kostüm und Musik.

Für die Hoyerswerdaer Tänzer war dieser Samstag in der Sporthalle natürlich ein Heimspiel. Etwa für die Eiswürfel, die IceCubes des Hoyerswerdaer TC. Sie gehören zu den gestandenen Kräften dieses Turniers, und zu den besten. Wie auch die Weißwasseraner SkAngelz von Tine Derichs. Auch in diesem Jahr schnitten sie wieder gut ab.

Für den Großteil der Tänzer galt aber auch beim diesjährigen Dance Cup das olympische Motto: Dabei sein ist alles. „Wir wollen uns einfach von der Atmosphäre mitreißen lassen“, erzählte eine junge Frau, die bei den Coswiger Showdance Teens mittanzt. Mitreißen lassen und Teil dieser fantastischen Kulisse zu sein, die zum Wiederkommen animiert. Die meisten der Kids, Teens und Adults dürfte man folglich auch wieder im kommenden Jahr sehen, bei der zwölften Ausgabe des Foucault Advents Dance Cup.