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| 10:09 Uhr

Damenfussball Halbe Kraft reicht eben nicht

Über ein mageres 1:1-Remis im Heimspiel gegen LSV Großhartmannsdorf müssen die Landesliga-Fußballerinnen der SpVgg Hoyerswerda quittieren. Nachdem sie die letzten Spiele sehr erfolgreich bestritten hatten, schien es nun so, als ob einige Kickerinnen der Meinung waren, die halbe Kraft reicht und sich gedanklich noch beim Nachthemdenball in Bergen befanden. ep

Fehlende Aggressivität und mangelnder Einsatzwille sorgten dafür, dass ab der ersten Minute Großhartmannsdorf (bisher Auswärts ohne Punkterfolg) das Spiel bestimmte. Man ließ die Gäste ohne Einschränkung und mit miserablen bzw. fehlenden Zweikampfverhalten ein schönes und ansehnliches Spiel aufbauen. Nachdem Sabine Rudolph für die schon geschlagene Cornelia Klump rettet (9.), hätte man denken können, die Mannschaft wäre wachgerüttelt. Aber Fehlanzeige. Im Gegenteil, es schien so, als ob 1919 sprichwörtlich um das Gegentor bettelte. Schließlich war es in der 35. Minute so weit. Als Nicole Hubricht, an diesem Tag beste Spielerinnen auf dem Platz und schwer unter Kontrolle zu bringen, erst ungehindert im Mittelfeld den Ball eroberte und dann noch die komplette Abwehr „austanzte“, stand es endlich 0:1 und der Gastgeber wurde munter. Nun ergab sich auch für die SpVgg die erste Chance im Spiel, doch Gaby Grubert (41.) zögerte zu lange mit dem Abschluss und zwei Flanken von Susanne Schönaich fanden keine Abnehmerin. Nachdem den Damen von Adler in der Kabine klar geworden ist, dass man mit der Leistung von der ersten Hälfte keinen Blumentopf gewinnen kann, kamen alle so aus der Kabine, wie sie es in der vorangegangenen Spielen gezeigt hatten und 1919 demonstrierte endlich ansehnlichen Fußball. Doch jetzt zeigte sich auch, dass es verdammt schwer ist, einem Rückstand hinterher zu laufen. Besonders Elisabeth Baumgarten, nachdem sie vor der Pause lediglich ihr Trikot spazieren trug, und Gaby Grubert setzten nun immer wieder Akzente. So sollte eine Kombination dieser beiden Spielerinnen den Ausgleich bringen. Als Baumgarten sich schön auf der linken Seite durchsetzte und in den Strafraum eindrang, spielte sie auf Gaby Grubert. Diese erzielte nach einer schöner Drehung das erlösende 1:1. 1919 wollte jetzt den Sieg und die Gäste versuchten, mit überhartem Einsatz gegen zuhalten. Dabei glitt dem Schiedsrichter das Spiel immer mehr aus den Händen – er zeigte keineswegs eine landesligataugliche Leistung. Es waren nicht einmal die zahlreichen Handspiele, welche er übersah, sondern das Einsteigen des Gegner mit gestreckten Beinen – vor den Augen des Referees. Als Hoyerswerda nun mehr und mehr mit dem Unparteiischen haderte, vergaß man dabei das Toreschießen und es blieb beim über beide Halbzeiten gesehenen gerechten Unentschieden. Mit einer ordentlichen Einstellung im ersten Durchgang und der vorausgehenden richtigen Spielvorbereitung besonders der jüngeren Akteurinnen, von denen die eine oder andere vielleicht mal eine Denkpause braucht, wären auch drei Punkte drin gewesen. Am Ende verspielte man so einem hervorragenden 4. Landesligaplatz, auf den man nach den Leistungen der Vorwochen und mit einem Sieg an diesem Tage hätte stehen können. So heißt es nun, beim Tabellenführer in Großdubrau an die Pokalleistung anzuknüpfen – sonst gibt es ein böses Erwachen. 1919 spielte mit: Klump - Rudolph, Zschieschang, Nieß - Schimang (ab 46. Krause), G. Grubert, Sturm, C. Zippack, Schönaich - Grubert A. (ab 64. Wolf), Baumgarten.