Eigentlich hatte mit dem Bau der Solarfabrik in Hoyerswerda im März 2007 begonnen werden sollen. Das hatten zumindest der Geschäftsführer der Chemnitzer Firma Solar-Vision, Dr. Roger Krause, und Hoyerswerdas damaliger Oberbürgermeister Horst-Dieter Brähmig (PDS) in einer gemeinsamen Pressemitteilung Mitte Oktober vergangenen Jahres bekannt gegeben. Die Produktion sollte demnach zum Jahreswechsel 2007/2008 starten.

Investoren bleiben im Dunkeln
Gemeinsam mit dem Hauptinvestor und einigen Partnern hatte Solar-Vision zuvor dem Aufsichtsrat der Entwicklungsgesellschaft Scheibe (EGS) die erste Baustufe des Projektes hinter verschlossenen Türen vorgestellt. In ihr sollen Photovoltaik-Module hergestellt werden. Um wen es sich bei dem Hauptinvestor gehandelt hatte, wurde damals nicht genannt.
„Als ich im November als neuer Oberbürgermeister den Aufsichtsratsvorsitz übernommen hatte, habe ich mich über den Stand der Solarfabrik-Pläne kundig gemacht und nichts Konkretes zu dem vorgefunden, was als Zeitplan verkündet worden war“ , sagt Skora. Er bedauere, dass offensichtlich Bekundungen und Arbeitsgespräche damals so verkauft worden seien, als wäre alles schon umgesetzt und verwirklicht worden. „Mein Stil ist das nicht“ , sagt Skora. „Ich muss jetzt aushalten, dass dadurch Hoffnungen geweckt worden sind, ich zurzeit aber nichts Positives zu den Solarfabrik-Plänen sagen kann.“
Mehrere Versuche der RUNDSCHAU, von der Firma Solar-Vision Auskunft über den Stand der Solarfabrik-Pläne zu erhalten, sind in den vergangenen Wochen gescheitert. Nach eigenen Angaben ist Skora inzwischen signalisiert worden, dass Roger Krause angeblich nicht mehr für das Hoyerswerdaer Projekt zuständig sein soll. Gesprochen werde noch mit einem Teil der Investorengruppe, sagt Skora, ohne Namen zu nennen.
„Ein Fünkchen Hoffnung gibt es natürlich noch“ , sagt Skora, da einige aus der Investorengruppe nach wie vor am Standort Hoyerswerda interessiert seien. „Vereinbart worden ist, dass uns noch einige Fragen zum Standort übermittelt werden, die wir dann zügig beantworten werden. Noch im Februar wollen die Interessenten dann eine Entscheidung treffen.“
In der Mitteilung, mit der im Oktober der offizielle Startschuss für die Solarfabrik gegeben worden war, war von 180 bis 220 neuen Arbeitsplätzen in der ersten Ausbaustufe die Rede. Für die Entwicklungsgesellschaft Scheibe war dieses Projekt deshalb seit Monaten das wichtigste gewesen. Bislang kann die Gesellschaft lediglich die Ansiedlung der Shii-Take-Produktion in Kühnicht vorweisen. Gesellschafter der EGS sind die Gemeinden Lohsa und Spreetal sowie Hoyerswerda.

Entwicklungsgesellschaft in der Kritik
„Der Stil der Arbeitsweise der EGS gefällt mir nicht“ , sagt Oberbürgermeister Skora. „Ich kann als Gesellschafter nicht immer nur zahlen, sondern wir brauchen auch einmal ein richtiges Ergebnis.“ Deshalb sei vereinbart worden, dass die drei EGS-Gesellschafter noch im ersten Quartal diesen Jahres klären, wie es weitergehen soll. Dabei werde auch darüber gesprochen werden müssen, ob die Aufgabenstellung an die Geschäftsführung konkret genug sei und ob die Zusammenarbeit überhaupt noch Sinn mache, so Skora.