Eine Station der Görlitzer Kinderklinik ist zurzeit wegen eines Corona-Falls für Besucher geschlossen. Das teilt das Klinikum am Dienstag mit. Demnach wurde auf der Station C1 positiv getestet. Nach Klinik-Angaben geht es „dem Kind unterdessen gesundheitlich gut.“ Das Görlitzer Gesundheitsamt bemüht sich zurzeit intensiv, eine mögliche Infektionskette herauszufinden und leitet für Kontaktpersonen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ein. Dabei wird das Amt aktiv vom Klinikum unterstützt.

Neue Corona-Todesfälle in den Kreisen Görlitz und Bautzen

Über Monate hat es praktisch keine Todesfälle in Folge des Coronavirus in der Lausitz gegeben. Zwar steigen seit einigen Wochen wieder die Infektionen. Die verliefen aber meist harmlos. Damit scheint es nun vorbei zu sein. 60 Menschen sind bisher in der Lausitz nach einer Corona-Infektion gestorben. Das sind gerade einmal vier mehr als vor vier Monaten in der Statistik auftauchten. Denn die Corona-Pandemie, die die Lausitz ja ohnehin weitaus weniger getroffen hat als andere Regionen, ist in den Sommermonaten fast zum Erliegen gekommen.
Doch damit scheint es nun vorbei zu sein. Zunächst hatten Reiserückkehrer wieder für vereinzelte Neu-Infektionen in den Lausitzer Landkreisen gesorgt. Nun mehren sich auch wieder die Infektionen innerhalb der Region.
Und es gibt leider auch wieder Todesfälle zu beklagen. Der jüngste kommt aus dem Kreis Görlitz. Das dortige Gesundheitsamt berichtet am Dienstag, dass eine 93-jährige Frau aus Kottmar bereits am Montag, den 14. September 2020 im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben ist. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Landkreis Görlitz auf 25. Landrat Bernd Lange bedauert den Todesfall und spricht den Angehörigen sein herzliches Beileid aus.
Am Wochenende gab es bereits einen weiteren Todesfall im Landkreis Bautzen. „Am Sonntag ist ein Corona-Patient im Landkreis Bautzen verstorben. Der ältere Patient befand sich aufgrund des Krankheitsverlaufs in einer Klinik und litt unter Vorerkrankungen“, berichtet die Kreisverwaltung.
Einzelfälle? Leider nein. Bereits vor einer Woche hatte es in Bautzen einen Todesfall gegeben. Eine 53-Jährige war an den Folgen ihrer Corona-Infektion Anfang Mai – mit kompliziertem Verlauf und einem seither durchgehenden Klinikaufenthalt – verstorben. „Da sich der Gesundheitszustand der Verstorbenen lückenlos nachvollziehen lässt und die Folgen der Corona-Erkrankung ursächlich für den Tod waren, wird die Patientin nach Abstimmung mit dem Sozialministerium und dem RKI als Corona-Tote in der Statistik geführt“, so die Kreisverwaltung.

Cottbus

Weitere Lausitzer nach Corona-Infektion in der Klinik

Und weitere Fälle sind leider zu befürchten. Nach der Infektionswelle in Folge einer Familienfeier im Kreis Bautzen ist ein infizierter Rentner in die Klinik eingeliefert worden. Auch in den anderen Landkreisen befinden sich Corona-Patienten in stationärer Behandlung.
Experten beobachten die Lage in Deutschland mit Sorge. „Die Zahl der Todesfälle unter den übermittelten Covid-19-Fällen ist derzeit niedrig. Dies liegt hauptsächlich daran, dass in den letzten Wochen relativ viele junge Menschen neu diagnostiziert wurden, von denen relativ wenige schwer erkranken und versterben“, schreibt das RKI in seinem jüngsten Lagebericht.
Es zeichnet sich aber eine Trendumkehr ab. Denn überall in Deutschland treten wieder Infektionen auf. Nur fünf Landkreise im ganzen Land sind innerhalb der vergangenen Woche coronafrei geblieben. „Sollte sich der aktuell beobachtete Trend fortsetzen und sich weiter vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden“, so die Einschätzung des RKI.
In der Lausitz stehen derzeit vor allem die Schulen im Fokus. An fünf Einrichtungen hat es in den vergangenen Tagen Coronafälle gegeben. In Herzberg wurde gar ein Massentest angeordnet.