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Cottbuser Gymnasiums-PokerCottbus hält vorerst alle Gymnasien offen

Cottbus.. Alle Cottbuser Gymnasien können im kommenden Jahr Schüler aufnehmen. Das ist die Konsequenz aus einem Kompromiss, den die Stadtverordneten kürzlich verabschiedet haben. Jan Gloßmann

Die Abgeordneten wollen so eine Entscheidung den Eltern überlassen - und schlugen Warnungen aus dem Spree-Neiße-Kreis in den Wind.
„Ursprünglich stand die Frage, machen wir ein Gymnasium dicht oder nicht. Jetzt setzen wir einen Prozess in Gang, der kein Problem löst, sondern neue, kompliziertere Probleme produziert“ . Eberhard Richter, Fraktionschef der Linke.PDS, fand für seine Auffassung im Gymnasien-Streit jedoch weder in der eigenen Fraktion noch unter den Stadtverordneten eine Mehrheit. Das Modell: Das Ludwig-Leichhardt-Gymnasium wird nicht wie geplant 2009 geschlossen, sondern kann drei neue 7. Klassen aufnehmen. Auch das Steenbeck-Gymnasium wird drei neue Klassen bilden können. In der Vorlage nicht erwähnt, aber nach Beschlusslage existent: das Humboldt-Gymnasium.
Der Vorsitzende des Bildungsausschusses Wolfgang Neubert (SPD) sagte: „Eltern müssen für das Anwahlverfahren im März eine Orientierung haben. Der Kompromiss bietet diese nicht.“ Der „schwarze Peter“ werde so an das Staatliche Schulamt weiter gereicht, das letztlich über die Klassenbildung an den Schulen entscheiden wird - möglicherweise auch gegen den Willen der Eltern. Neubert: „Wir haben eine klare politische Entscheidung versäumt, um Eltern diese Wege zu ersparen.“
Das Orakel wird derzeit nur zwischen den Zeilen erhellt: das Humboldt-Gymnasium und die Sandower Oberschule sollen aus der Cottbuser Schullandschaft verschwinden. Oberbürgermeister Frank Szymanski kündigte an, spätestens im ersten Quartal 2007 über die Pläne reden zu wollen.
Der Spree-Neiße-Kreis erinnerte in einem Schreiben an die Stadt an die „abgestimmte Schulentwicklung“ : Demnach sollte neben der Bildung des neuen Pückler-Gymnasiums in Sachsendorf unter Trägerschaft des Kreises ein weiteres Cottbuser Gymnasium geschlossen werden.

Hintergrund Neues Steenbeck-Heim?
 Die Stadtverordneten haben mit ihrem gestrigen Beschluss die Verwaltung beauftragt, einen Umzug des Steenbeck-Gymnasiums in die Gebäude des früheren Pückler-Gymnasiums in der Garten- und der Curiestraße zu prüfen. Dabei sollen auch die nutzbaren Internats-Kapazitäten im Sportzentrum berücksichtigt werden (die RUNDSCHAU berichtete).