Das Corona-Virus ist weiterhin Thema Nummer eins auch in der Lausitz. Jetzt sind die Schulen und Kitas dicht, Spielplätze sind gesperrt, die Kultur kommt zum Erliegen - und das Virus breitet sich weiterhin langsam aus. Erstmals spüren auch alle Lausitzer diese drastischen Einschränkungen, die sie in diesen Tagen mehr oder weniger deutlich beeinflusst.

Wegen des Coronavirus gelten auch in Sachsen strenge Maßnahmen. So sollen zum Beispiel Spielplätze nicht mehr besucht werden.
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Seniorin Rosita Judkowiak (79) glaubt, dass sich für sie durch die Corona-Einschränkungen nur wenig ändern wird. Meist löst sie eh in ihrer Wohnung Kreuzworträtsel oder verrichte Hausarbeiten. Lebensmittel und die geliebten Rätselhefte bringt ihr die Tochter schon immer vorbei. Mit ihrem Hund geht die 79-Jährige täglich nach draußen und besucht dann gern den Wochenmarkt am Lausitzer Platz. „Falls der schließen muss, werden die Gassirunden wohl kürzer“, vermutet Rosita Judkowiak (die Wochenmärkte bleiben geöffnet, d.Red.) und „wegen dem Virus fallen auch die Kaffeenachmittage mit meinen vier Freundinnen weg.“ Sie hofft, im Mai mit dem Zug zum 80. Geburtstag einer Freundin in den Breisgau fahren zu können. Auf diese Reise würde die Seniorin nur ungern verzichten.

Florian Fischer findet Hamsterkäufe Unsinn und kritisiert, dass jedes Bundesland eigene Regeln erlassen kann.
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Florian Fischer (29) aus Bautzen hat seine Eltern und Geschwistern in Hoyerswerda besucht und will diese persönlichen Kontakte nur einstellen, wenn es dazu eine behördliche Anordnung gibt. Die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung des Coronavirus findet der 29-Jährige notwendig, „es wirkt aber alles sehr unkoordiniert“. Bisher darf zum Beispiel noch jedes Bundesland eigenständig entscheiden, wann und in welchem Umfang es Geschäfte schließt. „Das ist nicht gut“, sagt Florian Fischer. Von Hamsterkäufen hält der junge Mann nichts, weil die Läden doch regelmäßig beliefert werden.

Michael Dudek spürt die Einschränkungen – bei der fehlenden Betreuung des Kindes seiner Freundin.
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Der 45-jährige Michael Dudek aus Hoyerswerda findet, die Corona-Krise werde hochgespielt, um von wichtigeren Problemen wie der Integration von Flüchtlingen abzulenken. Zu den veröffentlichen Fakten sagte er: „Man weiß ja nicht mehr, was man glauben soll.“ Ein für ihn selbst ungeklärtes Problem ist die Betreuung des Kindes seiner Freundin, denn die Kita ist nun geschlossen. Der Strabag-Mitarbeiter werde wohl in Kurzarbeit gehen müssen, damit seine Partnerin als Physiotherapeutin weiterarbeiten kann.