Der virtuelle Unterricht stellt Berufsschüler und ihre Lehrer derzeit vor Herausforderungen. Einer, der das gerade so erlebt, ist Karl-Heinz Schulze aus Hoyerswerda.

Als geprüfte Küchenmeister übernimmt der 61-Jährige normalerweise am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) "Konrad Zuse" den Küchenunterricht. Den Teilnehmern vom Berufsvorbereitungsjahr "Gesundheit und Ernährung" ebenso wie den „Fachpraktikern Küche“ zeigt er in den Kursen alle Tricks rund ums Kochen.

Rezepte per E-Mail für die Berufsschüler

Doch durch die Corona-Pandemie ist das BSZ wie alle anderen Schulen seit Mitte März geschlossen. Damit der Unterricht nicht ausfällt, erteilt Karl-Heinz Schulze seinen Schülern per E-Mail schriftliche Aufgaben. Die Jugendlichen müssen sich den Lernstoff selbst erarbeiten. Dazu nutzen sie ihre Lehrbücher sowie die digitale Plattform „Lernsax“.

„Diese neue Arbeitsweise ist für so manchen Jugendlichen schwierig“, erzählt Karl-Heinz Schulze. Aufkommende Fragen lassen sich nur per Telefon, E-Mail oder im Chat beantworten. So viel stehe aus seiner Sicht fest: "Diese Hausarbeiten ersetzen nicht den Unterricht in der Schule."

Berufsschüler müssen für ihre Prüfung in der eigenen Küche üben

Besonders seine Abschlussklasse „Fachpraktiker Küche“ hat es jetzt besonders schwer, weil ihre theoretischen und praktischen Prüfungen zeitlich ab Ende Mai bis Anfang Juni stattfinden. Die Schüler müssen ihr selbst kreiertes Menü für die fachpraktische Prüfung jetzt zu Hause kochen. „Ob sie dabei unter Prüfungsbedingungen arbeiten, kann niemand kontrollieren“, erklärt der Berufsschullehrer das Problem. Deshalb hofft er nun, dass die Schulen bald wieder öffnen, damit seine Klasse eine gute Prüfungsvorbereitung bekommt.