Die Sportstätten sind zu Zeiten der Coronakrise leergefegt, die Fußballplätze werden nicht bespielt und auf den Matten in den Trainingshallen herrscht Stille. Der Bewegungsdrang vieler Sportler bleibt dagegen ungebrochen.

Sportakrobatin aus Hoyerswerda vermisst das regelmäßige Training

So geht es auch der Sportakrobatin Henriette Gille aus Hoyerswerda, die sonst nahezu täglich unter dem Dach des Sportclubs Hoyerswerda für ihren Erfolg trainiert. „Für mich ist es undenkbar völlig auf die Akrobatik zu verzichten“, erzählt die 14-Jährige.

Die Sportakrobatin konnte zusammen mit ihren beiden Trio-Partnerinnen Tia Gazsi und Tara Engler schon viele Erfolge feiern: So erreichten sie gemeinsam erste Plätze bei der Landesmeisterschaft, der Deutschen Meisterschaft aber auch bei Internationalen Turnieren wie in Minsk.

Hoyerswerdaer Sportakrobatin mag die Kombi aus Eleganz und Kraft

„Dass vor diesen Erfolgen jedoch meistens fünf Jahre langes und hartes Training notwendig sind, wissen die Wenigsten“, sagt Henriette Gille, die nun schon seit rund acht Jahren der Sportakrobatik verfallen ist. Sie liebt es, gemeinsam mit ihren Partnerinnen verschiedene Elemente zu turnen und zu stellen. „Es ist immer die Kombination von Eleganz und Kraft, die mich zur Sportakrobatik antreibt. Bei Wettkämpfen möchte ich dann gerne präsentieren, wofür ich hart gearbeitet habe“, berichtet die Sportlerin.

Im März hätten die ersten Wettkämpfe stattgefunden, die durch Corona nun ersatzlos gestrichen wurden. „Für mich ist das bitter, gerade bei den großen internationalen Turnieren nicht meine Leistung zeigen zu können“, sagt sie. Auch vermisst sie die Gruppendynamik und das persönliche Miteinander.

Sportakrobatin aus Hoyerswerda trainiert im Wäscheraum

Ihre Trainingsform möchte sie dennoch gern beibehalten, deshalb trainiert die 14-Jährige jetzt fast täglich im Wäscheraum der heimischen Wohnung weiter. „Zurzeit übe ich viel Dehnung, Handstände und trainiere die Schulterkraft. Das sind sozusagen noch Schwächen, auf die ich mich jetzt besonders konzentrieren kann“, schildert Henriette Gille.

Jede Akrobatin hat individuelle Trainingspläne bekommen. Seit einigen Tagen findet auch ein Online-Training per Videoliveübertragung statt. Da turnen die Mädchen via Webcam dem Trainer etwas vor und der kann korrigieren. „In diesen Zeiten muss man kreativ werden“, kommentiert Trainer Sergej Jeriomkin. „Obwohl dies das echte Training nicht ersetzen kann“, räumt er ein. Rund 80 Kinder und Jugendliche trainieren derzeit Sportakrobatik beim SC Hoyerswerda.

Fußballnachwuchs in Lauta bekommt Ballübungen per Video

Auch beim FSV Lauta geht man in Corona-Zeiten neue Wege. „Wir verschicken Youtube-Videos an unsere Spieler, in denen verschiedene Ballübungen oder Techniken gezeigt werden“, erklärt Trainer Marco Münkel vom FSV Lauta. In den Altersgruppen der Bambinis bis zu den E-Junioren spielen hier derzeit 23 Kinder Fußball.

Die Trainer befürchten in dieser Zeit bei einigen Spielern sportliche Rückschritte. Oft lassen Kondition und Ausdauer nach, bei den Akrobaten könnte sich die Muskulatur abbauen und damit würde die Körperspannung wegfallen.

Nachwuchsfußballer aus Lauta hat ein Fußballtor im Garten aufgestellt

Doch der Fußballspieler Lennard Krusch glaubt, sich fit halten zu können. Der Achtjährige trainiert so oft er kann. In letzter Zeit fährt er viel Rad um Kondition und Ausdauer weiter zu trainieren. „Ich habe mir sogar ein eigenes Fußballtor aus Holz für den Garten gebaut, damit ich weiter Torschüsse trainieren kann“, erzählt der junge Spieler.

Bereits im Alter von drei Jahren hat Lennard Krusch den Fußball für sich entdeckt. Er vermisst besonders seine Mannschaftsfreunde. Nur mit ihnen könne man ein richtiges „Teamplay“ bestreiten. Auch war er „fürchterlich traurig“, als er erfahren hat, dass das Fußballcamp mit Tony Jantschke von Dynamo Dresden komplett abgesagt wurde.

Nachwuchsfußballer aus Lauta vermisst seine Mitspieler

Nun schießt er oft allein Bälle gegen die Wand, um die Ballannahme zu festigen, jongliert mal mit starkem und schwachen Bein und übt das Dribbeln in einem selbst aufgestellten Parcours im Garten. Mal stellen sich auch die Eltern als Trainingspartner zur Verfügung. Das sei aber kein richtiger Ersatz, ist sich Lennard Krusch sicher.

In seiner Lieblingsposition verwandelt er gerne Pässe seiner Mitspieler in Tore. Damit erfreut er letztlich sich selbst, seine Mitspieler und den Trainer. „Genau das fehlt jetzt gerade richtig“, sagt er – und fügt abschließend hinzu: „Ich kann es kaum erwarten, endlich wieder kickend auf dem Fußballplatz stehen zu können.“