Die neue Infektionswelle schwappt mit Macht in die Region. Am Freitag wurden im Landkreis Bautzen erstmals seit Längerem wieder mehr als 100 Coronavirus-Neuinfektionen beim Gesundheitsamt gemeldet. Damit sind im Kreisgebiet aktuell 766 Personen infiziert. Das Robert-Koch-Institut gibt die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis aktuell mit 125,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an.

Bautzen muss wohl Lockerungen zurücknehmen

Für den Fall, dass dieser Wert am Sonnabend zum dritten Mal in Folge die kritische Marke von 100 überschreitet, ist der Landkreis Bautzen rechtlich verpflichtet, die Lockerungen vom 8. März zurückzunehmen. Das kündigt eine Sprecherin des Landratsamtes an. Die neuen Regeln würden dann in diesem Fall am Dienstag, den 30. März, in Kraft treten.
Die Veränderungen wären dann nicht unerheblich. So würden wieder die Kontaktbeschränkung pro Hausstand mit nur einer weiteren Person und ohne Berücksichtigung von Kindern sowie Ausgangsbeschränkungen und Alkoholverbot an bestimmten Plätzen in Kraft treten. Auch das Terminshoppen mit „Click & Meet“ muss in diesem Fall zurückgefahren werden. Körpernahe Dienstleistungen schließen wieder (außer Friseure und Fußpflegen) – e benso wie Zoos, Gedenkstätten und Museen. Auch der Gruppensport für Kinder ist dann nicht mehr erlaubt.

Kitas im Landkreis bis Ostern offen – und dann?

„Kitas und Horte können bis Ostern geöffnet bleiben“, so die Landkreis-Sprecherin. Die geltende Corona-Schutz-Verordnung sieht eine Rückkehr zur Notbetreuung erst vor, wenn die Inzidenz von 100 an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen überschritten ist. Sollte der Inzidenzwert nicht mehr unter 100 sinken, wäre eine Schließung von Kitas und Horten ab 4. April – also nach Ostern – notwendig. Bevor das jedoch genau feststeht, müsse man die Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates abwarten, die ab 1. April gelten wird und möglicherweise auch andere Regelungen zum Inhalt haben kann.
Der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) will indes weiter auf das Prinzip „Testen und Freiheit“ setzen. „Mit inzwischen mehr als 70 Testcentern und Teststellen wollen wir flächendeckend Testmöglichkeiten anbieten, die im Nachgang in ein normales Leben zurückführen“, erklärte er. „Wir bitten die Menschen in unserem Landkreis dringend, sich an die für Jeden machbaren Hygieneregeln zu halten.“