Spazieren in der Dunkelheit – und gegen die Corona-Maßnahmen: Insgesamt rund 300 Menschen haben sich am Montagabend, 6. Dezember, an einer Aktion von Gegnern der Corona-Politik in Hoyerswerda beteiligt.
Gegen 18 Uhr versammelten sich zunächst rund 150 Menschen auf dem Lausitzer Platz in Hoyerswerda. Laut aktueller Corona-Notfallverordnung sind ortsfeste Ansammlungen nur mit maximal zehn Personen erlaubt, mobile Versammlungen sind nicht erlaubt. „Es handelte sich zudem um eine nicht angemeldete Versammlung“, bestätigt Polizeisprecherin Anja Leuschner. Die Polizei war auf das Geschehen vorbereitet und mit rund 50 Einsatzkräften des Reviers, der Bereitschaftspolizei und des Einsatzzuges vor Ort.

Corona-Spaziergang auf kleinen Wohngebietswegen in Hoyerswerda

Kurz nach 18 Uhr bewegte sich der Zug der Menschen vom Lausitzer Platz weg zum Zentralpark und von dort auf sehr kleinen Wohngebietswegen durch die Wohnkomplexe V und IV. Das machte es der Polizei schwer, den Zug zu stoppen. Immer wieder querten die Corona-Spaziergänge größere Straßen wie die Külzstraße, was den Autoverkehr behinderte.
Während des Spazierganges wurden Abstandsregeln missachtet. Von 39 Teilnehmern ohne Mund-Nase-Schutz ermittelten Polizeibeamte die Identität, ihnen droht ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit.
Der Zug schwoll zu seinem Höhepunkt auf 300 bis 350 Menschen an und löste sich nach knapp einer Stunde in kleinere Gruppen auf. Wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz wird nun gegen Unbekannt ermittelt, informiert die Polizeisprecherin.