Der Coronavirus hat den Landkreis Bautzen inzwischen ein wenig fester im Griff. Während in Hoyerswerda die großen Veranstalter Lausitzhalle und Kulturfabrik bislang daran festhalten, ihre Termine durchzuziehen, gibt es jetzt die Absage für die am Samstag geplante Jugendkonferenz „Mission 2038“ in Hoyerswerda.

Die Veranstaltung sollte mit rund 100 jungen Lausitzerinnen und Lausitzern in der Kulturfabrik Hoyerswerda stattfinden. Mittlerweile gibt es sieben bestätigte Corona-Erkrankte im Landkreis Bautzen, zudem befinden sich in Ostsachsen und Südbrandenburg aktuell mehr als 100 Personen in Quarantäne. Deshalb zieht die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) Sachsen jetzt die Notbremse.

Lausitzer Jugend soll trotz Absage gehört werden

Die Jugendkonferenz sollte sich mit der Zukunft der Lausitz nach dem Ende der Braunkohleförderung und -verstromung ab 2038 auseinandersetzen. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Brandenburger Lausitz-Beauftragte Dr. Klaus Freytag sollten mitdiskutieren. Die Ergebnisse sollen in die Entwicklungsstrategie Lausitz 2050 einfließen, die im Herbst 2020 vorgelegt werden soll.Aktuell prüft die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) nach eigenen Angaben mögliche Alternativen, „damit die jungen Menschen ihre Zukunft in der Lausitz mitgestalten können“, heißt es.

Frauenfrühstück in Hoyerswerda fällt wegen Corona aus

Auch eine andere Veranstaltung in Hoyerswerda, die für das Wochenende anstand, fällt aufgrund der Corona-Fälle im Landkreis Bautzen aus: das Frauenfrühstück, das am Samstag (14. März) im Sparkassensaal stattfinden sollte. Der zuständige Verein sei von der Bautzener Amtsärztin Dr. Jana Gärtner gebeten worden, den Termin abzusagen. „Natürlich bedauern wir die Maßnahme sehr, aber die unkontrollierte Weitergabe des Corona-Virus wird im Amt als sehr hoch eingeschätzt. Daher bitten wir vor allem um Verständnis. Denn auch uns ist an der Gesundheit unserer Gäste und Mitbürger gelegen“, sagt Christine Schillem vom Vorstand des Vereins „Frühstückstreffen für Frauen“. Die Eintrittskarten verlieren damit ihre Gültigkeit, teilt der Verein mit. Das Geld wird im Hoyerswerdaer „Bürotreff Kloss“ (am Markt in der Altstadt) zurückerstattet. Sobald die Situation es zulasse, wird das 10. Frauenfrühstückstreffen neu organisiert, so der Veranstalter weiter.

Modellbauer in Hoyerswerda wollen ausstellen

Dagegen gehen andere Veranstalter weiterhin davon aus, dass ihre Termine in und um Hoyerswerda stattfinden. So plant der Modellbauclub Hoyerswerda, am 21. und 22. März (Samstag und Sonntag) seine 19. Modellbauausstellung im Saal der Gaststätte „Zum Grünen Kranz“ in Zeißig auszurichten. Laut Modellbauclub-Chef Thomas Schäffter haben sich bislang fast 50 Aussteller angemeldet. Das Treffen gilt als ein Frühjahrs-Höhepunkt für alle Modellbau-Freunde in der Region Hoyerswerda.

Wenn die Anzahl der Corona-Fälle in der Region deutlich zunimmt, könnte der Hoyerswerdaer Ostermarkt am Wochenende 21. und 22. März auf der Kippe stehen. Dirk Rolka, Geschäftsführer der Lausitzhalle, hatte betont, dass das Unternehmen die Entwicklung sehr intensiv verfolgt und gegebenfalls kurzfristig reagiert.

Definitiv stattfinden soll laut aktuellem Stand die Veranstaltung „Wiedersehen macht Freude“ mit Uwe Jensen am kommenden Sonntag (15. März) in der Lausitzhalle. Erwartet werden unter anderem Roberto Blanco, Chris Doerk und Jürgen Walter. Veranstalter ist in diesem Fall die Thomann GmbH.

Verdienstausfall bei Corona-Erkrankung


Wer auf Grund des Corona-Virus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen. „Mit den entsprechenden Entschädigungen können sächsische Betriebe, Selbstständige und Freiberufler wirksam unterstützt werden. Sie sollen auch mit den möglichen finanziellen Folgen der neuen Viruserkrankung nicht alleingelassen werden“, erklärt Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen.

Bei Angestellten zahlt laut Landesdirektion in der Regel der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt zunächst weiter. Dieser kann sich das Geld im Nachhinein von der Landesdirektion Sachsen auf Antrag erstatten lassen. Grundlage für die Entschädigung ist das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz). Danach bemisst sich die Entschädigung für die ersten sechs Wochen einer Quarantäne nach dem Verdienstausfall, also dem Netto-Arbeitsentgelt. Vom Beginn der siebenten Woche an richtet sich die Entschädigung nach der Höhe des Krankengeldes.

Sind Arbeitnehmer allerdings arbeitsunfähig – also vom Arzt krankgeschrieben – treten die Leistungen des Arbeitgebers und der Krankenversicherung vorrangig ein, so die Landesdirektion weiter. Für die Zeit einer Krankschreibung bestehe daher kein Anspruch auf Entschädigung.

Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt, heißt es weiter. Grundlage der Berechnung der Entschädigung sei der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind laut Landesdirektion innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei der Landesdirektion Sachsen zu stellen.

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