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| 13:30 Uhr

Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Cora erkundet mit Herbert Schnabel das Moor

Cora Gläser und Herbert Schnabel auf dem vom Nabu errichteten Beobachtungsturm im Dubringer Moor.
Cora Gläser und Herbert Schnabel auf dem vom Nabu errichteten Beobachtungsturm im Dubringer Moor. FOTO: Reinhard Hoffmann
Wittichenau. Ein Wittichenauer Naturschützer führt Familien durch das äußerst artenreiche Dubringer Moor. Von Reinhard Hoffmann

 Kaum ein anderes Naturschutzgebiet (NSG) in der Lausitz bewahrt so viele seltene Zeugnisse der letzten 10 000 Jahre wie das Dubringer Moor. Die Landschaft ist eine  3000 Jahre alte Kulturlandschaft. Sie bietet Heimat- und Naturfreunden ebenso wie Historikern ein interessantes Refugium Im Es gibt stein,- bronze und vorrömische eisenzeitliche Siedlungsfunde, Hinweise auf ein etwa  3000 Jahre altes Radschino und Legenden  von einem spukenden Ritter mitten im Moor. Schon im Mittelalter wurden Flächen durch die Zisterzienser forstwirtschaftlich genutzt. Auch die Anlage der Neudorfer Fischteiche geht sie zurück.

Die Wittichenauer Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu)  hatte kürzlich zur traditionellen Familienwanderung nach Bröthen eingeladen. Deren ehemaliger Vorsitzender, Herbert Schnabel aus Wittichenau, der sich schon mehr als 40 Jahre für den Naturschutz engagiert, führte die  zwölf-köpfige Exkursionsgruppe. Kinder, Eltern und Großeltern aus Hoyerswerda und Umgebung zählten zu ihr.

Bei der dreistündigen Wanderung blieb keine Frage unbeantwortet. Mit sichtbarer Freude befragte  die Viertklässlerin Cora Gläser Herbert Schnabel und zeigte dabei schon ein gehöriges Maß an Wissen. Die beiden sind an diesem Tag Freunde geworden.

Im Moor haben sich nachweislich 3500 verschiedene Arten aus der Tier- und Pflanzenwelt erhalten, wobei vorsichtige Schätzungen sogar von circa 4000 Arten ausgehen. Mit viel Detailkenntnis erklärte Herbert Schnabel botanische Kostbarkeiten und berichtete über blühende und verschwundene Orchideenwiesen.

Cora fragte nach den Grasfröschen, die sie mit Kamera und Handy verewigte und ob Kreuzottern die  Frösche fressen. Herbert Schnabel konnte sie beruhigen. Beunruhigend dagegen war ein im Wald gefundenes funktionierendes Feuerzeug und Herbert Schnabel berichtete von einem Großbrand im Moor, dem Hunderte Hektar Wald zum Opfer fielen.

Während Birk- und Auerhühner hier ausgestorben sind, haben sich auf verlandenden  Flächen Schilfbewohner ansiedelt. Ornithologen haben im Gebiet 108 Brutvogelarten registriert. Im Moor brüten zehn Kranichpaare und trotz vieler nicht mehr gepflegter Gräben ist der Fischotter hier zu Hause. Schnabel zeigte den Besuchern Larven von Libellen, derer es 56 Arten im Moor gibt.

Einer der letzten Besitzer der Schowtischmühle berichtete Herbert Schnabel, dass die Wasserqualität in den 1950er-Jahren noch frei von Verunreinigungen war, sodass Flusskrebse und Aale gefangen werden konnten. Dennoch nahm das Dubringer Moor Schaden. Einschnitte in Flora und Fauna  brachte die  bäuerliche und später industrielle Nutzung oberflächennnaher Kohleflöze bei Zeißholz. Das führte zum Ausschwemmen von saurem Pyrit und Eisenoxiden, die die Wasserqualität beeinträchtigten.

Diese Kohlefeld wurde dann nicht mehr abgebaut. Dafür wurden  1995 trotz vieler Vorbehalte vom Regierungspräsidium Dresden Schritte eingeleitet, um die bisher kleine geschützte Fläche auf ein NSG von 1700 Hektar zu erweitern.