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| 16:08 Uhr

Zuse-Computer-Mueum
Computer-Museum bekommt Geld für pädagogische Arbeit

Marcus Matics zeigt im noch nicht fertigen Rechenlabor eine Rechenmaschine aus den 1950er-Jahren, die benutzt werden kann.
Marcus Matics zeigt im noch nicht fertigen Rechenlabor eine Rechenmaschine aus den 1950er-Jahren, die benutzt werden kann. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die Stiftung Lausitzer Seenland übergibt eine Spende. Ein Teil davon wird auch für die Dauausstellung genutzt. Von Katrin Demczenko

Das Zuse-Computer-Museum in Hoyerswerda kann den neuen Teil der Dauerausstellung „Processing Unit“ weiter aufbauen. Eine Spende macht es möglich: Frank Hirche (CDU) Mitglied des sächsischen Landtags und Stiftungsrat der Lausitzer Seenland Stiftung übergab eine Spende in Höhe von 50 000 Euro. Von diesen sollen 15 000 Euro für die Dauerausstellung verwendet werden.

In dieser können Besucher die Entwicklung vom Rechnen auf Linien, das Adam Ries im 16. Jahrhundert eingeführt hat, bis zum Google-Algorithmus und zur Mikrochip-Produktion heutiger Tage nachvollziehen, erklärt Museumsleiterin Andrea Prittmann. Die Sprachen des Rundganges sind Deutsch, Englisch und Tschechisch.

Im angeschlossenen Rechenlabor besteht die Möglichkeit, mit von dem Schotten John Napier im 17. Jahrhundert entwickelten Napierschen Rechenstäbchen zu multiplizieren oder eine mechanische Rechenmaschine aus den 1950er-Jahren zu bedienen. Der Förderverein des Museums will noch einen DDR-Computer K 85 aktivieren, was ältere Besucher vielleicht in Nostalgie versetzen und die Jugend neugierig machen soll, hofft Andrea Prittmann.

Sie informiert weiter, dass Neuntklässler vom Foucault-Gymnasium Hoyerswerda und Auszubildende am Berufsschulzentrum ESOZ im tschechischen Chomutov mit Museums-Mitarbeitern im Schuljahr 2017/18 im Rahmen des EU-Projekts „Konrad Zuse schaut über die Grenzen“ das Konzept für den Ausstellungsabschnitt „Processing Unit“ erarbeitet haben. Zu den ersten Besuchern gehörten Anne Richter und Andreas Haller aus Dresden. Die jungen Leute fanden ihn und das ganze Museum durchaus sehenswert und lobten, hier Rechenmaschinen aus vergangenen Zeiten auch mal ausprobieren zu können. Mehr Werbung in sozialen Netzwerken würde sicher die Bekanntheit der Einrichtung verbessern, schlugen sie Andrea Prittmann im Gespräch vor.

Der andere Teil der Spende in Höhe von 35 000 Euro fließt in die Personalkosten der museumspädagogischen Arbeit, sagt die Museumsleiterin. Das Projekt heißt „Alle Welt im ZCOM Zuse-Computer-Museum“ und beinhaltet auch die Sommerferienprogramme, die junge und ältere Besucher erreichen sollen. Grundschüler können zum Beispiel einen eigenen kleinen Roboter bauen und Jugendliche erfahren, wie ein Mikrocontroller funktioniert.

Eine besondere Veranstaltung am 7. August ab 13 Uhr will Kinder und Großeltern erreichen, kündigt der stellvertretende Museumsleiter Marcus Matics an. Die Schüler dürfen Computerspiele aus den 1980er- und 1990er-Jahren ausprobieren, während die Erwachsenen das Schreibprogramm Word oder das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop kennen lernen.

Im Herbst beginnt für Erwachsene eine Vortragsreihe mit der Verbraucherzentrale Sachsen über Möglichkeiten und Stolperfallen im Internet.