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| 02:35 Uhr

Christus ist zu Himmelfahrt unter Menschen

Heinrich Koch, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Hoyerswerda.
Heinrich Koch, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Hoyerswerda. FOTO: Bernd Hannemann
I m Kindergarten unterhalten sich die Kinder über Gott. „Gott wohnt im Himmel“ , meint ein Kind. „Gott wohnt unten auf der Erde unter den Menschen“ , sagt ein anderes Kind. Heinrich Koch

Schließlich löst ein kleiner Junge, dessen Vater Arzt ist, die schwierige Frage auf seine Weise: „Wohnen tut Gott im Himmel, aber seine Praxis hat er in der Kirche bei den Menschen!“
Das erste Kind hat etwas verstanden von der Unverfügbarkeit Gottes. Gott ist der ganz Andere, den unser menschliches Denken niemals erreichen kann. Schon vor drei Jahrtausenden pries ein König Gott mit den Worten: „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen“ . Himmelfahrt Christi bedeutet, Christus kehrt zu Gott dem Grund des Seins zurück.
Das zweite Kind hat etwas vom christlichen Glauben verstanden. In der Bibel heißt es: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Gott ist kein fern der Welt thronender König, der den Kontakt zum Volk verloren hat; er ist nicht ein fernes Prinzip schöpferischer Kraft, die gleichgültig ist gegenüber der Welt und dem Menschen. Gott will nicht ohne seine Schöpfung, nicht ohne den Menschen sein.
Das dritte Kind hat erkannt, dass eins nicht ohne das andere ist. In der Bibel heißt es: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.“ Himmelfahrt bedeutet nicht, dass Christus sich entfernt, sondern in dem er zu Gott zurückkehrt, ist er mitten unter den Menschen. Kirche ist als erstes nicht Gebäude oder Organisation, sondern Gemeinschaft derer, die in Gott, in Glaube, Liebe und Hoffnung verbunden sind.