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| 18:59 Uhr

Aus Lehrlingen werden Gesellen
Chinesisches Hochzeitsmöbel punktet bei Gesellenprüfung

Meisterstück zur Gesellenprüfung von Steffi Obst aus Lauta: ein chinesisches Hochzeitsmöbel.
Meisterstück zur Gesellenprüfung von Steffi Obst aus Lauta: ein chinesisches Hochzeitsmöbel. FOTO: Reinhard Hoffmann
Kamenz/Lauta. Tischlereibetriebe noch auf der Suche nach neuen Lehrlingen. Neue Ideen für Werbeoffensive.

Zum Abschluss ihrer dreijährigen Lehrzeit haben die frisch gekürten Tischlergesellen ihre Gesellenstücke am Wochenende präsentiert. Die Tischlerinnung  der Kreishandwerkerschaft Bautzen, der 82 Mitgliederbetriebe angehören, hatte in den Räumen der ewag Kamenz zur traditionellen  Präsentation eingeladen. Die gezeigten Gesellenstücke sind eine althergebrache Form, erworbene Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Zahlreiche Besucher drängten sich vor den Schaustücken und fachsimpelten. Die Palette der Gesellenstücke 2018 reichte von klassischen und hochmodernen bis zu asiatisch geprägte Designerstücke. Dabei wurde von Bambus bis Zement eine Vielzahl von Materialien verarbeitet.

In diesem Jahr traten 19 Lehrlinge zur Prüfung an, darunter auch drei junge Frauen, erfuhr die RUNDSCHAU vor Ort. 17 Lehrlinge dürfen sich ab dem 21. Juli Tischlergesellen nennen. Zwei der Prüflinge erhalten in der Nachprüfung in diesem Winter eine zweite Chance, ihren Abschluss zu erwerben.

Zu den neuen Tischlergesellen gehört auch Steffi Obst aus Lauta. Sie entwarf und gestaltete ein Chinesisches Hochzeitsmöbel, das künftig einen Platz in ihrer Wohnung finden wird.

Die Ausbildung zum Tischler gehört zu den beliebtesten Berufswünschen und liegt im Landkreis Bautzen hinter Kfz-Elektroniker und Mechatroniker an dritter Stelle. Derzeit erlernen im Landkreis  mehr als 50 junge Männer und Frauen diesen Beruf. Das theoretische Wissen erwarben die meisten der jungen Tischler am beruflichen Schulzentrum Kamenz (BSZ). Einige Handwerksbetriebe nutzten auch 2018 einen Kreativkurs der Handwerkskammer in Pirna, um ihren Lehrlingen von erfahrenen Handwerksmeistern aus Sachsen wertvolle Hinweise für ihre berufliche Entwicklung zu vermitteln, wurde den Besuchern erläutert.

Der Obermeister der Tischlerinnung, Ulrich Lange, ist stolz darauf, dass sich in diesem Jahr sechs Lehrlinge mehr als 2017 den Prüfungen stellten. Er sieht darin eine Bestätigung der Nachwuchsarbeit in seinem Gewerk. Von den Ausbildungsbetrieben wurden große Anstrengungen unternommen, um junge Leute für den Beruf eines Tischlers zu gewinnen. Ulrich  Lange  berichtet von vielen Präsentationen und Einzelgesprächen auf Berufemärkten. Ausbilder seiner Innung gehen an Schulen und werben um Berufsnachwuchs.

Auch die Handwerkskammer Bautzen setzt auf neue Ideen für Werbeoffensiven. Derzeit hat sie in der Altstadt von Hoyerswerda einen Laden angemietet, in dem Innungsbetriebe sich und ihre Erzeugnisse präsentieren.

Für das kommende Lehrjahr werden von einigen Tischlereibetrieben noch Lehrlinge gesucht. Deshalb haben sich die Veranstalter der Präsentation über interessierte Schüler und deren Eltern gefreut, die noch auf Lehrstellensuche sind.