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| 12:00 Uhr

Freiwilliges ökologisches Jahr im Zoo
Charlene ist Namenspatin eines Ouessantschafs im Zoo

Charlene Joppe arbeitet im Zoo Hoyerswerda auch mit Ouessantschafen.
Charlene Joppe arbeitet im Zoo Hoyerswerda auch mit Ouessantschafen. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Die junge Spremberigerin hat in Hoyerswerda während eines Freiwilligen-Jahrs viel über die Arbeit mit Tieren und auch sich selbst gelernt. Zurzeit trainiert sie zwei Aras. Von Katrin Demczenko

Charlene Joppe absolviert noch bis Ende August ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Zoo Hoyerswerda. Nach eigenem Bekunden sammelt sie derzeit „unvergessliche Erlebnisse mit Mitarbeitern und Tieren“.

Eines der Erlebnisse verbindet sie mit einem jungen Ouessantschaf, das sie zu Beginn ihrer Zeit im Huftierrevier in sein Gehege führen musste. Nachdem die Abiturientin diese Aufgabe gut gelöst hatte, wurde das Tier nach ihr benannt und heißt jetzt Leni.

Charlene Joppe wollte ihre ersten Erfahrungen im Arbeitsleben unbedingt mit Tieren machen, weil sie den Umgang mit einem Pferd, Hühnern, Katzen und Hunden aus dem Verwandten- und Freundeskreis kennt. Zu Hause hält sie einen Wellensittich und auch einige Mäuse.

Im Zoo Hoyerswerda ist die Bandbreite der Tiere, die die Sprembergerin zusammen mit den Pflegern füttert und versorgt freilich größer. Mit Reptilien, Huf- und Raubtieren aus vielen Regionen der Erde hatte sie schon zu tun. Sie kann gar nicht sagen, welches Tier ihr am besten gefällt.

Vielleicht sind es die Aras Rambo und Rosi, um die sie sich jetzt im Vogelrevier kümmert? „Ich absolviere mit den beiden ein Klickertraining, damit sie abends leichter in ihre Unterkunft gehen“, erzählt die FÖJlerin. Erfahren hat sie dazu von den Tierpflegern, dass diese Aktivität den intelligenten Vögeln einen Teil jener Zeit vertreibt, die sie in freier Natur mit Futtersuchen verbringen würden

Weniger angenehm, aber täglicher Teil ihrer Arbeit ist das Säubern von Gehegen – eine körperlich anstrengende Tätigkeit, die anfangs zu Muskelkater führte, erinnert sich Charlene Joppe. In der Futterküche ist sie mit dafür zuständig, für jedes Tier gesundes artgerechtes Fressen vorzubereiten und auch die Mithilfe in der Zooschule gehört zu ihren Aufgaben. Das bedeutet, Zooschulleiterin Silke Kühn bei der Vorbereitung und Durchführung verschiedener Angebote für Kindergruppen zu unterstützen.

Auch außerhalb des Zoos hat Charlene Joppe in fünf Seminarwochen der Paritätischen Freiwilligendienste Sachsen gGmbH ebenfalls neue Erfahrungen gesammelt. Sie traf dort 30 andere, im Freistaat tätige FÖJler, die zumeist direkt im Natur- und Umweltschutz eingesetzt sind. Workshops vermittelten allen Kenntnisse zum schonenden und nachhaltigen Umgang mit Naturressourcen, während eine Tageswanderung die Teilnehmer zum Team formte. „Ich bin sogar Gruppensprecherin und hatte gar nicht gedacht, dass ich das kann“, erzählt Charlene Joppe.

In den vergangenen zwölf Monaten hat sie viel über sich selbst gelernt und weiß nun, dass sie nicht Zootierpflegerin werden möchte. Aus dem Jahr mitnehmen wird sie ein gewachsenes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und ein selbstbewussteres Auftreten. Diese Dinge werden ihr nutzen, wenn sie im Oktober in Dresden ein Geodäsie-Studium aufnimmt.