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| 17:41 Uhr

Burghammer
Fahrradkirche ist im Gespräch

Die Zukunft der über 100 Jahre alten Kirche in Burghammer ist derzeit noch ungewiss. Es gibt aber mehrere Ideen.
Die Zukunft der über 100 Jahre alten Kirche in Burghammer ist derzeit noch ungewiss. Es gibt aber mehrere Ideen. FOTO: Anja Guhlan
Burghammer. Die Einwohner von Burghammer kämpfen um den Erhalt ihres Gotteshauses. Erst kürzlich sind verschiedene Ideen diskutiert worden. Im Gespräch ist auch ein Angebot für Radtouristen. Von Anja Guhlan

Für das 113 Jahre alte Kirchengebäude in Burghammer müssen zeitnah Perspektiven gefunden werden. Beispielsweise eine Fahrradkirche. Diese Idee ist während eines Treffens von Vertretern des Gemeindekirchenrates, Gemeindegliedern, Bürgern und Pfarrer Jörg Michel diskutiert worden. Fahrradkirche deshalb, weil Burghammer direkt im Lausitzer Seenland liegt, das aufgrund seiner vielen Radwege als Eldorado für zahlreiche Fahrradtouristen gilt. Schließlich kommen laut Aussagen von Bürgern schon mehr als 100 Radtouristen an der Kirche vorbei und verweilen dort auch eine Weile.  Für den Titel einer Fahrradkirche müssten aber Voraussetzungen wie ein Sanitärtrakt geschaffen werden. „Gibt es eigentlich noch weitere Bedingungen an eine Fahrradkirche?“, fragte eine Bürgerin. Das müsse noch ergründet werden. Auch ob der Denkmalschutz bei solch einem Vorhaben mitspielt, solle geklärt werden. Die Vorstellung einer Versorgung mit Getränken für Radtouristen wurde ebenso aufgegriffen. Doch ließe sich das so einfach umsetzen? Relativ schnell fanden sich Freiwillige, die recherchieren und bei entsprechenden Stellen nachfragen wollen.

Auch plädierten die meisten Anwesenden für die Reparatur oder die Sanierung von baufälligen Gebäudeteilen. Auf jeden Fall müssten die Fenster der Kirche saniert werden, lautete ein gemeinsames Fazit. Ein Einwohner meldete sich und  gab an, dass er bereits nach Firmen gesucht habe, die solche Aufgaben übernehmen könnten. Schnell wurde sich mit dem Gemeindekirchenrat ausgetauscht.

Auch andere Perspektiven wie Orgelkonzerte, Kinovorstellungen oder Bikergottesdienste wurden eingebracht und abgewogen. Jeder wolle noch mal intensiv nachdenken. In jedem Fall soll der Kirche wieder neues Leben eingehaucht werden.  Der negativste Ausblick ohne jegliches Engagement würde schließlich den Verkauf oder die Schließung des Gotteshauses auf langfristige Sicht bedeuten.

Die Kirchgemeinde Spreewitz als Träger des Gebäudes in Burghammer kann dieses langfristig gesehen nicht mehr halten. Darüber hatte Jörg Michel bereits im August informiert. Die Gründe für die derzeitige Situation sind nicht neu und lauten Mangel an Gläubigern und Geld. Seit dem Jahr 1960 hat sich die Zahl der Gemeindeglieder um ein Vielfaches reduziert. Derzeit gibt es 25 Kirchgänger in Burghammer. Zudem kostet der Unterhalt des Gebäudes jährlich etwa 2300 Euro. Geld, was nur knapp da ist. Zwar erhält die Kirchgemeinde von der Landeskirche auch Zuweisungen. Doch die richten sich in erster Linie nach der Anzahl der Gemeindeglieder. „Da wir nur wenige Leute zählen, bekommen wir auch dementsprechend wenig“, erklärt Pfarrer Michel.

Auch die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), der die Kirchgemeinde Spreewitz mit dem Kirchenkreis schlesische Oberlausitz angehört, hat bereits im Dezember 2017 gemahnt, sich gemeinsam zum dauerhaften Erhalt von verwaisten Kirchen zu bekennen und neue Wege zu gehen.  Bei rund 1800 evangelischen Kirchen seien inzwischen in fast 400 Fällen Nutzungsverträge mit Dritten, darunter Künstler oder Kommunen, abgeschlossen worden.

Im Februar wollen sich die Beteiligten nochmals gemeinsam treffen, um Ergebnisse auszutauschen und das weitere Vorgehen zu verabreden. Auch wurde für die Mitarbeit im örtlichen Gemeindekirchenrat geworben.