Teddybären schneidert die 29-Jährige seit rund zweieinhalb Jahren in ihrer Freizeit. Je mehr sie sich damit beschäftige, um so ehrgeiziger sei sie geworden, eigene Stücke herzustellen. Alles habe mit einer Bastelzeitschrift angefangen, in der gezeigt wurde, wie Plüschtiere in Handarbeit gefertigt werden können.
„Mein erster Teddy entstand nach einem Schnitt“ , erzählt Andrea Albrecht. Danach habe sie angefangen, ihre eigenen Kreationen zu entwerfen, um „Charaktere“ zu schaffen. Das unterschiedliche Material aus Mohair oder Kaschmir, woraus die Bären entstehen, habe sie dazu inspiriert. Sie nimmt ein kleines rosafarbenes Plüschtier in die Hand und sagt: „Das ist Mogane, ein Mädchen.“ Der Plüsch komme aus Australien, und die Schattierungen im Fell und das Gesicht aus Waschleder habe sie selbst coloriert. „Er hat ein offenes Mäulchen bekommen“ , erklärt sie die Besonderheit des Teddys. Das 14,5 Zentimeter große Geschöpf bestehe aus rund 50 Einzelteilen. Ausdauer und Genauigkeit gehörten dazu, um solch eine Kreation zu schaffen, berichtet die Hobbygestalterin. Jedes Werk sei eine neue Herausforderung für sie. Die Teile würden mit der Hand zusammengenäht, gewendet und mit Schafwolle gefüllt. Augen, Nase und Mund würden gestickt. „Kein Bär ähnelt dem anderen“ , erzählt Andrea Albrecht. Das mache die Sache so spannend. „Auf diese Weise entstehen die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke“ . Jeder Teddybär bekomme natürlich einen Namen.
„Bob“ ist mit 40 Zentimeter ihr bisher größter Bär. Er sollte ein „ganz gemütlicher Geselle“ werden. Ein rundlicher Bauch und lange Arme hätten zum Plan gehört und die Idee, Kopf und Pfoten in alle Richtungen drehbar zu machen. „Er sollte auf allen vier Beinen stehen können“ , erzählt Andrea Albrecht. „Das erforderte doppelte Gelenke.“
Mit eigenem Entwurf und Schnitt ist die Hobbyschneiderin ans Werk gegangen. Schließlich musste sie feststellen: „Er ist etwas anders geworden als geplant.“ Dennoch sei sie vom Ergebnis überrascht gewesen. Sie nimmt Bob in die Hand, dreht an seinem Kopf, rückt die Arme zurecht und sagt: „Er blickt immer anders, wenn der Kopf gedreht wird.“ An den Pfoten und Füßen sind Krallen zu sehen. „Die habe ich selbst aus brennbarer Knete gefertigt“ , sagt sie.
An ausgefallenen Ideen mangele es ihr nicht, sagt die Cottbuserin. Sie zeigt auf andere Kreationen im Regal. Durch einen ungewöhnlichen Materialmix oder überproportionale Körperteile - ein Bär hat zum Beispiel besonders große Füße - kämen originelle Plüschtiere im Freihandschnitt zustande. „Kleine Teddys sind aber viel aufwendiger zu fertigen“ , betont sie und ergänzt: „Jeder Plüschbär bekommt neben seinem Namen eine Geburtsurkunde.“ Ein Igel und eine Katze aus eigener Gestaltung liegen ebenfalls auf dem Sofa. Das seien Versuche, um nicht nur Teddys zu kreieren. „Mein nächstes Ziel ist, Bären herzustellen, die ganz natürlich wirken“ , sagt Andrea Albrecht.
Der Erfolg mit „Bob“ beim Wettbewerb der Zeitschrift Bär-Report - ein internationales Magazin für Teddybärliebhaber - in der Kategorie Hobbyist sei für sie eine Bestätigung, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Aus 400 Einsendungen kam ich in diesem Jahr in die Endauswahl und die Leser haben entschieden, welcher Bär den Preis erhält“ , erklärt sie die Auszeichnung. Ein Pokal mit der Aufschrift: „Ted-World-Wide 2007“ beflügele sie, an ihren Kreationen weiter zu feilen. Schließlich gebe es ja noch weitere Kategorien auf der Erfolgsleiter der Bären-Wettbewerbe. Diese heißen „Artist und Masterclass.“
Mit einer eigenen Marke „Lausebären by Andrea Albrecht“ will die Zahnarzthelferin künftig die Lausitzer Region bundesweit bekannt machen.