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Bummelschranke bremst Autoverkehr aus

Die Schranken sind zu und das Warten beginnt.
Die Schranken sind zu und das Warten beginnt. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Seit der Bahnübergang Oststraße auf dem neuesten Stand der Technik ist, bleibt die Schranke mitunter eine Viertelstunde lang geschlossen. Die Folge: Verkehrschaos. Ein Lösungsvorschlag ist ein Brückenbau. Anja Guhlan / ang1

Als die Erneuerung der Bahnstrecke von Elsterwerda nach Hoyerswerda angekündigt wurde, ist das in Lauta erst einmal begrüßt worden. Doch mit der Fertigstellung des Bahnübergangs änderte sich die Stimmung. "Mitunter muss man drei bis vier Züge passieren lassen und 15 Minuten Wartezeit einkalkulieren", berichtet Bürgermeister Frank Lehmann. Auch von anderen Stellen wie Rettungsdienst, Feuerwehren, Fuhr- und anderen Unternehmen oder Handwerksdiensten ist Unzufriedenheit zu hören.

Vor der Modernisierung löste der ankommende Zug selbst die Schranke aus, das entspricht wohl nicht mehr den Gesetzen. Nun wurde der aktuelle Stand der Technik hergestellt und die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer erhöht. Der Bürgermeister, der sich schon mehrfach mit der Deutschen Bahn diesbezüglich in Verbindung gesetzt hat, sagt, dass aufgrund der neuesten technischen Änderung die Schließzeiten nicht reduziert werden können. Wenn im Dezember 2018 nach der Fertigstellung der Niederschlesischen Magistrale auch Güterverkehr über die Schienen rollt, wird es noch mehr Schließgänge der Schranken in Lauta geben. "Für dieses Verkehrsproblem muss eine Lösung her", betont er.

So berieten Mitte August Vertreter der Stadt Lauta, der Deutschen Bahn, des Landratsamtes Bautzen sowie des Handwerks- und Gewerbevereins. Alle halten die Lösung, eine Brücke über den Bahnübergang zu errichten, für die sinnvollste. "Eine Unterquerung wäre schlichtweg aufgrund des Grundwassers nicht möglich, da ja der Bahnübergang sowieso schon recht tief liegt", so Lehmann. Doch solch ein Brückenbau, der zur heutigen Zeit gute Aussichten auf Fördermittel hätte, muss gut vorbereitet werden, erläutert Lehmann weiter. So müssen zunächst eine Machbarkeitsstudie und Trassenvarianten erarbeitet werden, Konzeptionen erfolgen. Lehmanns Favorit bei der Trassenführung wäre die Stelle der rückgebauten Brücke der alten Werksbahn.

Doch noch müssen sich alle in Geduld und Beharrlichkeit üben. "Ein möglicher Brückenbau wäre erst in etwa acht bis zehn Jahren realisierbar", so Lehmann. Derzeit beschäftigt sich das Landratsamt Bautzen mit einigen Vorbereitungen, da es sich beim Bahnübergang Oststraße um eine Kreisstraße handelt und somit der Landkreis als Straßenbaulastträger fungiert. "Ich bin dankbar und froh, dass sich das Landratsamt dieses Themas annimmt und sich nicht davor verschließt", so Lehmann.

Auch die Nachbarstadt Hoyerswerda, die mit dem naheliegenden Bahnübergang Waldesruh nach einer möglichen Sanierung ein ähnliches Problem drohen könnte, zeigt sich dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen.