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| 20:56 Uhr

Stier-Attacke auf Landwirt bei Wittichenau
Bulle hängt jetzt in der Kühlkammer ab

 Bulle gesucht! Der erschossene Stier sollte die Herde decken. Nun soll dringend ein neuer her.
Bulle gesucht! Der erschossene Stier sollte die Herde decken. Nun soll dringend ein neuer her. FOTO: LR / Rita Seyfert
Wittichenau. Keule, Nacken, Kamm: Der rasende Wasserbüffel ist geschlachtet. Ein Tierarzt musste den Stier bei Dubring erschießen. Von Rita Seyfert

Schön zart soll das Fleisch in eineinhalb Wochen sein, bevor es zu circa 80 Steaks weiterverarbeitet wird. Wie der Wasserbüffel-Besitzer Enrico Pilz mitteilt, ist der Stier noch am Freitag zerlegt worden und hängt jetzt beim Sollschwitzer Fleischer zur Reifung im Kühlhaus.

Wenige Stunden zuvor musste ein Tierarzt den vier Jahre alten Bullen erschießen, nachdem das wild gewordene Tier einen Bauern schwer verletzt hatte. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in ein Krankenhaus. Der Zustand des Landwirts sei inzwischen stabil. Sein Angreifer indes ist geschlachtet.

Samt Innereien habe das stattliche Tier fast eine Tonne gewogen, schätzt Enrico Pilz’ Hausschlächter Jens Schindler. „Eigentlich wollten wir ihn Vierteln, aber dafür war er zu schwer“, erzählt er. Stattdessen wurde der Bulle nun in zehn Teile zerlegt. Von Keulen und Nacken über Kamm und Querrippe bis zum Roastbeef und dem Blatt, zählt Fleischer Schindler fachmännisch auf.

Sobald das Fleisch abgehangen und gereift ist, wird es zu Braten- und Kochfleischstücken weiterverarbeitet. Die Rumpsteaks schneidet der Fleischer aus dem Rücken, die Hüftsteaks aus den Hüften und die Rouladen aus der Keule.

Farblich dunkler als Rind, lasse sich Wasserbüffel-Fleisch geschmacklich mit Wild vergleichen. „Das schmeckt kräftiger und intensiver“, so der Fleischer. Nur halb so viel Kalorien wie Rind, sei es obendrein auch noch gesund.

Mit dem Bullen-Kopf hat Büffelhalter Enrico Pilz, der selber Jäger ist, auch schon Pläne: „Den will ich mir präparieren und als Trophäe im Jagdzimmer an die Wand hängen.“ Derweil liegt der Schädel bereits in einem Waschkessel. „So große Töpfe gibt es ja gar nicht“, sagt er. Zwei Tage müsse er ihn Kochen, bis das Fleisch abfällt.

Auch für den nährstoffreichen 100-Kilo-Pansen ebenso wie Herz und Leber fand er Verwendung: „Den habe ich noch bis Freitag tief in die Nacht zu Hundekraftfutter verarbeitet“, sagt Enrico Pilz. Abgepackt in 500-Gramm-Beutel, darf sich sein afrikanischer Herden-Hund die 200 Portionen jetzt jeden Tag schmecken lassen.