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| 14:59 Uhr

Interview mit Lautas Bürgermeister Frank Lehmann
Der Schul-Umbau bleibt im Fokus

 Die Schule am Laubuscher Markt wird zur neuen Grundschule umgebaut. Sie soll nach dem Umbau die heutige Laubuscher Grundschule ersetzen. Sie wird auch von vielen Elsterheider Kindern genutzt.
Die Schule am Laubuscher Markt wird zur neuen Grundschule umgebaut. Sie soll nach dem Umbau die heutige Laubuscher Grundschule ersetzen. Sie wird auch von vielen Elsterheider Kindern genutzt. FOTO: LR / Sascha Klein
Bürgermeister hofft auf mehr Freiwillige bei den Feuerwehren im Stadtgebiet. Von Sascha Klein

In der RUNDSCHAU kommen jetzt die Bürgermeister zu Wort. Sie bilanzieren das Jahr 2018 und schauen schon ein wenig voraus Richtung 2019. Heute: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann.

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu: Was haben Sie in Ihrer Kommune in diesem Jahr erreicht? Welche Projekte haben Sie abschließen können oder sind entscheidend vorangekommen?

Frank Lehmann Sehr froh bin ich über die einstimmige Verabschiedung des neuen Brandschutzbedarfsplans für unsere Freiwilligen Feuerwehren im Stadtrat. Damit können auch in den kommenden Jahren wichtige Investitionen in den kommunalen Brandschutz vorgenommen werden. Ein Schwerpunkt wird dabei die zeitgemäße Ausstattung mit Fahrzeugen sein. In der aktiven Begleitung unserer hiesigen Unternehmen konnten wir mehrere Bebauungsplanverfahren entweder abschließen oder zumindest beginnen. So gibt es eine Verlagerung der Grünschnittkompostierung der Fa. RVS GmbH und eine erneute Erweiterung der P.U.S. GmbH, die aus vermeintlichen Abfallprodukten des Bergbaus innovative Produkte herstellt. Zwei Straßenbaumaßnahmen in Lauta, in der Bayernstraße und in der Einsteinstraße, wurden erfolgreich durchgeführt. Aktuell läuft noch die Einfriedung der Sportanlagen an der Coppi-Grundschule in Lauta Süd mittels Zaunanlage, um die Sicherheit und die Qualität des Sportunterrichts im Freien zu erhöhen.

 Frank Lehmann ist Bürgermeister der Stadt Lauta.
Frank Lehmann ist Bürgermeister der Stadt Lauta. FOTO: LR / Sascha Klein

Welche drei Vorhaben stehen im Jahr 2019 ganz oben auf der Liste?

Lehmann Die bestmögliche Sicherstellung der Gesamtfinanzierung sowie der Baubeginn für die Grundschulsanierung in Laubusch, Am Markt, steht aufgrund der Projektbedeutung ganz vorn. Die Verabschiedung des Haushaltsplans für die Jahre 2019 und 2020 sowie in diesem Zusammenhang die Erstellung weiterer noch ausstehender Jahresabschlüsse sind von vergleichbarer Bedeutung für die Stadt. Nicht zuletzt ist es unser Ziel, vorbehaltlich der Fördermittelzusage den 1. Bauabschnitt zur Sanierung der Karl-Liebknecht-Straße anzupacken. Dabei wird es zunächst um den Abschnitt von der Netto-Kreuzung bis etwa in Höhe des Feuerwehrdepots gehen.

Welches Ereignis hat Sie in diesem Jahr ganz persönlich bewegt?

Lehmann Mein diesjähriger Jahresurlaub führte mich nach Georgien. Ein Schwerpunkt der Reise war das Erleben der wunderbaren Natur, unter anderem im Großen Kaukasus, auf ausgedehnten Wanderungen. Viele schöne Erinnerungen an diese Zeit im Spätsommer bleiben mir erhalten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Das Gebäude- und Sportstättenkonzept ist beschlossen worden. Wie lässt es sich erreichen, von den 80 Gebäuden möglichst schnell die überflüssigen abzustoßen?

Lehmann Es ist gut, dass wir in der Stadtratssitzung im November diesen Beschluss endlich fassen konnten. Dem ging eine ausführliche Vorbereitung sowie intensive Diskussion in den kommunalen Gremien und mit betroffenen Gebäudenutzern voraus. Im Konzept haben wir verschiedene Maßnahmen festgelegt, teils mit konkreten zeitlichen Vorgaben. Je nach Art, Lage, Zustand und Nachnutzungsmöglichkeit der für die Stadt verzichtbaren Objekte kommen eine Veräußerung oder ein Abriss in Betracht, und zwar genau in dieser Reihenfolge. In einigen Fällen ist jedoch klar, dass allein aus städtebaulicher und rein praktischer Sicht heraus nur ein Rückbau sinnvoll ist. Für die Nachnutzung der beräumten Flächen kommen je nach Lage der Dinge beispielsweise eine Bebauung mit Eigenheimen oder die Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen für den Naturschutz in Betracht. Aufgrund personeller und finanzieller Begrenzungen können wir das Konzept nur Schritt für Schritt umsetzen, daher hat es bewusst eine Laufzeit von zehn Jahren.

2019 geht es mit der Diskussion um den Schul-Umbau in Laubusch weiter: Was macht Ihnen Mut, dass das Projekt einen deutlichen Schritt vorankommt?

Lehmann Aus meiner Sicht diskutieren wir nicht mehr über die angedachte Schulsanierung in Laubusch, sondern bereiten sie konzentriert vor. Wir sind in diesem Jahr mit der deutlichen Erhöhung des Projektvolumens auf etwa 8,3 Millionen Euro konfrontiert worden. Das hat alle Beteiligten nicht unberührt gelassen, was vollkommen verständlich ist. Der konkretisierte Förderantrag wurde bei der Sächsischen Aufbaubank eingereicht. Aktuell läuft die sogenannte bauaufsichtliche Prüfung auf Ebene des Freistaats Sachsen. Parallel dazu wurde der Bauantrag beim Bauaufsichtsamt des Landkreises Bautzen eingereicht. Zur Frage der Finanzierung haben wir Anfang des neuen Jahres einen wichtigen Termin im Innenministerium in Dresden. Das Ziel ist, ein höheres Maß an Sicherheit für die Fördermittelgewährung zu erhalten. In diesem Punkt bin ich sehr optimistisch. Für die im kommenden Jahr zu erwartenden Ausschreibungen der Bauleistungen hoffe ich zudem auf eine gewisse Normalisierung der Baukonjunktur.

2018 ist ein Jahr, in dem viel über Kohleausstieg und Perspektiven nach der Kohle gesprochen wird. Was erwarten Sie konkret von der Kohlekommission – und welche Weichen müssen für die Lausitz ab 2019 gestellt werden?

Lehmann Wie es richtiger Weise sowohl von der kommunalen Ebene als auch von den betroffenen Bundesländern offensiv eingefordert wird, benötigen wir vor der Nennung eines konkreten Ausstiegsdatums aus dem Energieträger Braunkohle konkrete und greifbare Perspektiven für die Menschen in den Revieren. Es geht dabei um gute Arbeitsplätze, Wertschöpfung und attraktive Lebensräume. Neben dem dafür notwendigen Geld brauchen wir unbedingt eine Beschleunigung beziehungsweise Vereinfachung aller damit in Zusammenhang stehenden Planungs- und Genehmigungsprozesse. Und klar muss sein, dass derjenige, der die Musik bestellt, diese auch bezahlt. Und das ist in allererster Linie der Bund. Ich gehe zudem davon aus, dass die sogenannte Kohlekommission hinsichtlich der künftigen Energieversorgung Deutschlands den volkswirtschaftlich notwendigen Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Umweltbelangen im Blick hat – und zwar in einem ausgewogenen Verhältnis.

Wenn Sie einen ganz praktischen Wunsch für Ihre Kommune frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

Lehmann Ich wünsche mir ein größeres Interesse für eine aktive Mitarbeit in unseren Freiwilligen Feuerwehren. Es braucht mehr junge Leute, die Freude daran haben, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen. Diese benötigen entsprechende Perspektiven für die Gestaltung ihres Lebens hier vor Ort und in näherer Umgebung. Die Tageseinsatzbereitschaft unserer Wehren muss verbessert werden. Dafür braucht es den Schulterschluss der Stadt Lauta speziell mit den hiesigen Unternehmen. Aber Nachwuchsgewinnung setzt früher an. Daher sind wir auch mit den Schulen im Stadtgebiet in engem Austausch. Darüber freue ich mich und wünsche mir bald greifbare Ergebnisse – für die Sicherheit von uns allen.