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Bürgerbeteiligung für Stadtumbau: 24 Meinungen gehen ein

Annette Krzok aus dem Bauamt sichtet alle Einwände zum Seko und zur Leitbild-Diskussion.
Annette Krzok aus dem Bauamt sichtet alle Einwände zum Seko und zur Leitbild-Diskussion. FOTO: cw
Hoyerswerda. Die Stadt Hoyerswerda will die Bürgerbeteiligung in den Planungsprozessen für den weiteren Stadtumbau intensiv ermöglichen. Das ist jedenfalls das erklärte Ziel von Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU). Catrin Würz

Damit so viele Einwohner wie möglich die Chance haben, ihre Gedanken zum neuesten Entwurf des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Seko) "Stadtumbaugebiet Hoyerswerda" einzubringen, lag das gut 100 Seiten umfassende Papier von November bis Mitte Januar zwei ganze Monate lang - und damit doppelt so lange wie es nötig wäre - zur öffentlichen Einsichtnahme im Rathaus aus.

Ergebnis: Genau 24 Bürger und Bürgergruppen haben zu dem Konzept eigene Gedanken, Einwände und Anregungen im Rathaus abgegeben. Annette Krzok, Fachgruppenleiterin im Bauamt, will die Menge nicht bewerten. "Es sind auf jeden Fall deutlich mehr Einsendungen als bei normalen öffentlichen Auslegungen, wo wir nur vier Wochen Frist anbieten", erklärt sie. Mehrfach war von Stadträten und der Verwaltungsspitze ausdrücklich zur Bürgerbeteiligung eingeladen worden. Möglich, dass sich mancher dann doch ein größeres Echo versprochen hatte.

Fakt ist jedoch: Die 24 Einsendungen sprechen klar für mehr Menschen aus der Stadt als 24, denn dazu gehören auch die Briefe von solchen Bürger-Initiativgruppen wie im WK III oder im Hochhaus am Knie. Die Verfasser dürften wohl jeweils für eine größere Gruppe Einwohner stehen.

Die abgegebenen Meinungsäußerungen reichen vom handschriftlich hingekritzelten "Alles Mist" bis zur siebenseitigen, akribisch ausgefeilten Argumentation. "Wir schauen uns das alles genau an und ordnen die Einwände und Argumente den jeweiligen Themengebieten für die Abwägung durch den Stadtrat zu", erläutert Annette Krzok. Die Abwägung soll im Laufe der nächsten Monate erfolgen. Einen genauen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

Nach einer ersten Sichtung der Unterlagen kann die Fachgruppenleiterin jedoch schon sagen, was die "Aufreger" und die am meisten geäußerten Wünsche der Hoyerswerdaer sind: Zirka ein Drittel der Einsender zweifelt die im Konzept dargelegte dramatische Bevölkerungsprognose für die Stadt an. "Viele glauben einfach nicht, dass es so schlimm kommt, wie es die Statistiken prognostizieren und fordern uns auf, positiver zu denken", gibt Annette Krzok die mehrfach aufgeschriebene Meinung wieder.

Ein großer Teil der Briefeschreiber fordert, dass zügiger am alters- und behindertengerechten Umbau des Wohnungsbestandes gearbeitet werden soll. Mehr Fahrstühle ist die Hauptforderung mehrerer Bürger.

Auch zum Thema "grüne Stadt" gibt es mehrere Meinungsäußerungen: Ein Einwohner aus dem WK IV schlägt beispielsweise direkt am Haus liegende Mietergärten vor - auf Flächen, wo zuvor abgerissen wurde. Abrissflächen sollten zügig für den privaten Eigenheimwohnungsbau freigegeben werden, fordert ein anderer Bürger.