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Brückenbauer zwischen Kulturen

Hoyerswerda. Zuerst als ehrenamtlich, inzwischen beruflich betreut Mireille Faraoglu in Hoyerswerda 24 unbegleitete Minderjährige. Sie will ein besseres Miteinander deutscher und ausländischer Jugendlicher erreichen. dcz1

Das sagte sie während einer Konferenz von Vertretern der Flüchtlingsarbeit, die innerhalb der Interkulturellen Woche des Landkreises Bautzen in Hoyerswerda stattfand.

Kulturbürgermeister Thomas Delling sagte, damit die Schulausbildung der Kinder, die Teilnahme von Erwachsenen am staatlichen Integrations- sowie an Deutschkursen, die Arbeits- und Wohnungssuche besser gelingen, müssen Ämter und Einrichtungen effizienter zusammenarbeiten. Die neuen Bürger rief er zu mehr Eigeninitiative auf.

Steffi Schulz von den LebensRäumen wünscht sich einen engeren Kontakt mit Behörden, damit sie Flüchtlingen unkomplizierter eine Wohnung vermitteln kann. "Wie soll ich jemandem etwas erklären, wenn er mich nicht versteht?", fragte sie. Hier helfe nur, dass der Besuch eines Deutschkurses für alle Flüchtlinge Pflicht wird, so Jens Leschner, Mitarbeiter der RAA (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven Hoyerswerda/Ostsachsen). Zudem mahnte er ein Einwanderungsgesetz an.

Cindy Paulick von der RAA will die bei der Konferenz zusammengetragenen, vor Ort nicht lösbaren Probleme mit zur bundesdeutschen Konferenz von SAMO.FA (Stärkung der Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit) im November nach Berlin nehmen.

Cindy Paulick ist auch Lokalkoordinatorin der Hoyerswerdaer Gruppe des Bundesprojekts SAOMO.FA. Diese gibt es seit 2016. Ihr gehören ehrenamtliche Unterstützer für Geflüchtete an. Sie sind als Dolmetscher und Mittler zwischen den Kulturen "Brückenbauer" und fördern die Integration der Neubürger.

Die Ehrenamtlichen des Bundesprojektes erhalten Schulungen für ihre Arbeit, so Cindy Paulick. Helfer mit und ohne Migrationshintergrund bilden die für aktuell etwa 750 Flüchtlinge tätige Freiwilligengruppe "Hoyerswerda hilft mit Herz" und führen für 493 Asylbewerber Deutschunterricht durch.