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| 18:46 Uhr

Naturschutz
Die Wildbrücke am BurkauerBerg bewährt sich

Seit dem Jahr 1998 ermöglicht die Wildbrücke am Burkauer Berg Tieren das kollisionsfreie Überqueren der Autobahn 4.
Seit dem Jahr 1998 ermöglicht die Wildbrücke am Burkauer Berg Tieren das kollisionsfreie Überqueren der Autobahn 4. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Burkau. Zahlreiche Tierarten nutzen die Querung über die A 4. Von Torsten Richter-Zippack

Vor rund 20 Jahren ist die Wildbrücke über die Autobahn 4 am Burkauer Berg zwischen Dresden und Bautzen in Betrieb gegangen. Das 57,5 Meter breite Bauwerk ermöglicht zahlreichen Tierarten ein gefahrloses Überqueren der viel befahrenen Fernstraße.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen passieren an der Messstelle Burkau pro Tag mehr als 42 400 Fahrzeuge die Wildbrücke, darunter ein knappes Viertel Schwerverkehr. „Aus Umweltsicht hat sich das Bauwerk gut bewährt“, resümiert Nicole Wernicke vom sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Die Querung funktioniere im Zusammenwirken mit zahlreichen weiteren ökologisch wirksamen Bauwerken wie Durchlässen, Amphibieneinrichtungen sowie Wild- und Otterschutzzäunen.

Längst liege der Nachweis vor, dass die Grünbrücke und die anderen Konstruktionen von verschiedenen Tierarten angenommen werden. Dazu zählen unter anderem Rehe, Muffelwild, Füchse, Dachse, Fischotter, Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien. Alle sechs Jahre werde die Wildbrücke technisch geprüft. Der aktuelle Zustand bewegt sich laut Lasuv bei 2,4, ist also befriedigend.

Indes, so erklärt Nicole Wernicke, müssten Autofahrer keine Angst haben, dass die auf der Brücke wachsenden Bäume und Sträucher eines Tages zu schwer werden würden. „Die Gehölze werden im Rahmen der Grünpflege kontrolliert und bei Bedarf auf den Stock gesetzt. Dann können sie sich erneut entwickeln.“ Ob durch das Bauwerk die Zahl der Wildunfälle tatsächlich abgenommen hat, sei nur schwer darstellbar. Ohnehin sorgen entlang der sächsischen Autobahnen mit ihren 567 Kilometern fast 1500 Kilometer Wildschutzzäune für Sicherheit.

Insgesamt gibt es im Freistaat acht Grünbrücken, bundesweit sind es über 70. Das Lasuv weist daraufhin, dass Sachsen kein klassisches „Wildbrücken-Land“ sei. Im Gegenzug existieren aber an den hiesigen Autobahnen 421 Bauwerke, die meist Täler überspannen und dadurch ebenfalls eine Durchlässigkeit für verschiedenste Wildtiere ermöglichen. Hinzu gesellen sich weitere 36 Durchlässe für Tiere.