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| 01:02 Uhr

Bronze für Lausitzer Bootsmann

Hoyerswerda.. „Kein Ziel ist unerreichbar, wenn dich deine Aufgabe begeistert“ , steht an der Bürowand von Wolfgang Sperling. Kaum ein Spruch trifft wohl besser, was den 49-Jährigen antreibt. Bei der Internationalen Fachmesse „Ideen – Erfindungen – Neuheiten“ in Nürnberg hat der gebürtige Hoyerswerdaer jetzt eine Bronzemedaille geholt. Seine patentierte Erfindung, der Bootsmotorenträger „Sperling N 1“ stieß auf reges Interesse. Ab kommendem Frühjahr soll die serienreife Konstruktion möglichst in der Lausitz produziert werden. Von Christiane Klein

„Das ist wie ein Lotto-Gewinn - nur erst einmal ohne Geld“ , sagt Wolfgang Sperling und ist überzeugt: „Ich weiß, dass das was wird. Ich weiß nur noch nicht, was genau.“ Mehr als zwei Jahre Kopf- und Hand-Arbeit hat er in die Erfindung des mobilen Außenbordmotorenträgers investiert. Zunächst aus reinem Eigennutz. Bei einem schweren Unfall brach sich der gebürtige Hoyerswerdaer mehrere Wirbel. Trotz erfolgreicher Rehabilitation machte der Rücken nicht mehr richtig mit. Das Heben des 50 Kilo schweren Motors seines Schlauchbootes wurde für den Versicherungsfachmann, der seit rund 15 Jahren in Wiednitz lebt, zum echten Problem. „Ich dachte, ich müsste mein Hobby aufgeben“ , erinnert sich Sperling. Eine schmerzliche Vorstellung für den 49-Jährigen, der am liebsten auf den Seen rund um Potsdam und Berlin unterwegs ist. Also suchte Sperling nach einem Ausweg - und fand ihn schließlich in einer Sackkarre aus dem Baumarkt. „Ich habe damals zwei gekauft, weil sie im Angebot waren - und falls ich mich verschneide“ , erklärt der Wiednitzer. Aus dem Stahlgerät bastelte sich der Lausitzer Bootsmann schließlich seinen stählernen Prototypen. Den brachte er zu einem Sackkarren-Hersteller und ließ sich die Variante aus Aluminium schweißen. Ein Schornsteinbauer aus Bergen half ihm bei den anfänglichen Schweißarbeiten.
Inzwischen ist der Bootsmotorenträger serienreif und patentiert. Sperlings Ziel: „Ich will ihn hier bauen lassen.“ Aufgrund der Nachfrage soll die Produktion - möglichst in der Lausitz - schon bald starten. Im kommenden Frühjahr, pünktlich zur Wassersportsaison, sollen die ersten Geräte auf dem Markt sein. Wie viel die Träger kosten werden, steht noch nicht fest. Sperlings „Testpreis“ sind zehn Prozent der Kosten für einen Bootsmotor - also rund 400 Euro. Entschieden sei in dieser Angelegenheit noch nichts, ebenso wie bei der Frage nach dem Produktionsort. „Ich werde abwarten, wer das beste Angebot macht“ , sagt der Wiednitzer. Der Mann weiß, wie man Geschäfte macht. Im Betonwerk in Hoyerswerda hat Sperling Instandhaltungsmechaniker gelernt, arbeitete dann als Spezialfahrzeugfahrer und später als Leiter eines Baustoff-Labors in Potsdam. 1988 flüchtete er über Tschechien in die BRD, landete in der Nähe von Passau. Mit der Wende kam er wieder zurück in die Lausitz, baute verschiedene Firmen auf und machte sich Ende der 90er als Versicherungsfachmann selbstständig. Seine Heimat hat der gebürtige Hoyerswerdaer mit Frau und achtjährigem Sohn im schmucken Einfamilienhaus in Wiednitz gefunden.

Zum Thema Kontakt
  Weitere Informationen zur Erfindung von Wolfgang Sperling gibt es auch im Internet unter der Adresse www.bootsmotorentraeger.de .
Die Internationale Fachmesse „Ideen - Erfindungen - Neuheiten“ lief vom 3. bis 6. November in Nürnberg. Infos zur Messe: www.iena.afag.de