Mit einer leichten gitarristischen Einleitung ist am gestrigen Donnerstagnachmittag die Ausstellung "Brigitte Reimann im Film" in der Stadtbibliothek Hoyerswerda eröffnet worden. Während sich die neugierigen Besucher umschauen, denken einige darüber nach, was Brigitte Reimann für sie bedeutet. Bibliothekarin Heidelinde Stoermer hat unter anderem festgestellt, dass sie die gleichen Eindrücke von Hoyerswerda erlebte, wie die Schriftstellerin: "Ich bin zwar erst 13 Jahre nach ihr nach Hoyerswerda gekommen, aber trotzdem habe ich die Stadt genauso erlebt, wie sie sie beschrieben hat. Ich war, genau wie sie, im Kastanienhof tanzen und habe unter anderem genauso das Kino vermisst. Dadurch fühle ich mich gewissermaßen sogar mit ihr verbunden."

In der Ausstellung werden neben 13 Tafeln mit Filmplakaten und Informativem über Reimann-Filme auch ihre Tagebücher und Romane gezeigt: "Die neueren Exemplare sind auch zur Ausleihe gedacht. Aber die Bücher in den Vitrinen sollen nur zeigen, welche Vielfalt es von und über Reimann gibt, und es sind noch längst nicht alle", erklärt Heike Lehmann, Leiterin der Bibliothek. Auch für ihre Vorgängerin Beate Renner war Brigitte Reimann ein faszinierender Mensch: "Ich hätte Reimann gerne persönlich kennengelernt. Sie war einer der wenigen Menschen, die sich aus Nichts etwas gemacht hat, die ihren eigenen Weg gegangen ist. Solche Menschen kennen zu lernen, ist wie einen Edelstein zu besitzen. Ich beneide wirklich jeden, der sie kennenlernen durfte."

Die Ausstellung knüpft an das diesjährige Reimann-Jahr an, bei dem in vielen Städten Deutschlands die unterschiedlichen Aspekte vom Leben der streitbaren Schriftstellerin beleuchtet werden. Die Stadtbibliothek Hoyerswerda, die seit 2003 den Namen "Brigitte Reimann" trägt, suchte sich dafür die Nische des Films und alles, was drum herum war. Die Kulturfabrik stellt dafür ihre originalen Filmplakate zur Verfügung.

Auch Vertreter des Kunstvereins und der Brigitte-Reimann-Begegnungsstätte waren bei der Eröffnung dabei. "Ich bin fasziniert davon, was Reimann für die Stadt Hoyerswerda architektonisch getan hat. Sie hatte erstaunliche Kenntnisse darin und sorgte mit ihren Ideen dafür, dass die ursprüngliche staatliche Planung von Hoyerswerda geändert wurde", erzählt Harry Schulze von der Begegnungsstätte. "So hatte sie zum Beispiel die Idee von einer glasüberdachten Einkaufspassage - jetzt haben wir das Lausitzcenter."

Die Ausstellung "Brigitte Reimann im Film" ist noch bis zum 10. April in der Stadtbibliothek kostenfrei zu sehen, montags und freitags von 10 bis 18 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 10 bis 19 Uhr.