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Vereinsleben
Breite Unterstützung für eine ernstzunehmende Spinnerei

Neustadt/Spree. Mehr als 40 Vertreter aus Politik, Kirche, Umweltschutz, Wissenschaft und Kultur unterstützen mit ihrem Namen die Veranstaltungsfabrik vom Verein „Eine Spinnerei – vom nachhaltigen Leben e.V.“ aus Neustadt/Spree. „Der Verein „Eine Spinnerei“ möchte einen identitätsstiftenden Kulturort des nachhaltigen Handelns entwickeln, der auf die Region ausstrahlt“, heißt es im Exposé. Dieser Ort solle darüber hinaus allen regionalen Akteuren für ihre Arbeit in den Bereichen Strukturwandel, Demokratie, Umweltschutz und nachhaltiges Leben zur Verfügung stehen.“ red/rdh

„Solche Projekte brauchen wir für einen Strukturwandel in unserer Region“, meint Heiko Kosel, sächsischer Landtagsabgeordneter der LINKEN zu dem Vorhaben. Franziska Schubert, sächsische Landtagsabgeordnete der GRÜNEN sagt: „Die Spinnerei ist ein wichtiger Akteur der Region in Sachen bürgerschaftliches Engagement. Durch meine jahrelange Zusammenarbeit mit dem Verein habe ich gesehen, mit welch hoher Verlässlichkeit sich dieser für die Region einsetzt.“

Allerdings bekommt die Spinnerei nicht nur Unterstützung. Nach jahrelangen Verzögerungen sah der Verein keine andere Lösung mehr, als sich Hilfe suchend an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages zu wenden. „Für so ein Projekt ist es wichtig, verlässliche Aussagen und damit Planungssicherheit zu erhalten.“, sagt Friederike Böttcher, Vorsitzende des Vereins. So behindert ein seit langem baufälliger Anbau am Fabrikgebäude, welcher der Gemeinde gehört, weitere Planungen zum Ausbau. Der Verein würde ihn im Rahmen des gesamten Ausbaus sanieren und ins Konzept einbinden. Die Sanierungsmaßnahmen ließen sich dadurch einfacher und kostensparender ermöglichen. Seit 2013 bemüht sich die Spinnerei um den Kauf des Grundstücks samt Anbau.

Für die Gemeinde hingegen spielt die winzige Splitterfläche, auf der der Anbau steht, derzeit keine Rolle. 2015 sicherte sie der Spinnerei zu, dass sie das Grundstück bekommen würde – bis zum heutigen Tag jedoch erfolglos. Die Gemeinde hat keinerlei Verwendung für das mit Asbest gedeckte Gebäude und denkt über eine „Perspektive“ zu dessen Abriss nach. „Wir sehen keine Nutzungskonflikte zwischen der Gemeinde und dem Verein. Wir sind überzeugt, dass beide Seiten voneinander profitieren können und die Interessen der Gemeinde umgesetzt werden können, auch wenn das Grundstück im Spinnerei-Eigentum ist“, meint Friederike Böttcher.

Auf dem Gelände der ehemaligen Holzwollspinnerei aus dem 19. Jahrhundert veranstaltet der Verein seit 2013 regelmäßig stattfindende Umweltbildungsmaßnahmen und Workshops zum Kochen mit Wildkräutern oder Filmveranstaltungen.