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Interview mit Landrat Michael Harig
Breitbandausbau wird immer wichtiger

Bautzen: Landrat Michael Harig
Bautzen: Landrat Michael Harig FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Der Landkreis Bautzen schaut in Sachen Musik- und Volkshochschule auf Hoyerswerda. Von Sascha Klein

Die RUNDSCHAU setzt heute ihre Interview-Reihe mit den Verwaltungschefs der Region fort. Sie skizzieren, was sie in diesem Jahr  erreicht haben und welche wichtigen Projekte im kommenden Jahr anstehen. Heute: Bautzens Landrat ­Michael Harig (CDU).

Was haben Sie gemeinsam mit Ihrer Verwaltung und dem Kreistag in diesem Jahr für die Bürger erreicht?

Michael Harig: Wir haben in diesem Jahr wichtige Investitionen in die Infrastruktur durchgeführt und zum Abschluss gebracht. Ich denke da an das Berufliche Schulzentrum für Technik und Wirtschaft und an die neue Rettungswache in Bautzen oder aber an viele Straßen- und Brückenbaumaßnahmen. Ansonsten sind wir unseren gesetzlichen Pflichten, insbesondere im sozialen Bereich, nachgekommen. Wichtig waren auch die pragmatischen und rechtssicheren Genehmigungen der industriellen Großansiedlungen in Kamenz und Leppersdorf, neben vielen anderen.

Was hat Sie im Jahr 2017 persönlich besonders bewegt?

Harig: Die Polarisierung in der Bevölkerung, welche nicht zuletzt im Ergebnis der Bundestagswahl zum Ausdruck kam. Es gab aber auch viel Hilfsbereitschaft, zum Beispiel für Menschen, die durch Wohnungs- und Wohnhausbrände ihre Existenz verloren haben. Auch die vielen kleinen und großen Initiativen im Rahmen der Flüchtlingshilfe sind hier zu nennen. Bei der Pflege Angehöriger und auch in der Nachbarschaftshilfe gibt es viel „stilles Heldentum“.

Welche Projekte stehen für das Jahr 2018 ganz oben auf Ihrer Agenda?

Harig: Die Umsetzung unseres Breitbandprogrammes und weitere Investitionen im schulischen Bereich. Ich denke hier unter anderem an Kamenz und Baruth. Auch die Sicherung des Fachkräftenachwuchses im gewerblichen und medizinischen Bereich ist eine Aufgabe. Diese lässt sich allerdings nicht auf ein Kalenderjahr eingrenzen. Im kommenden Jahr stehen wir außerdem vor der Aufgabe, einen neuen Doppelhaushalt zu beschließen und uns mit Hoyerswerda über die weitere Verfahrensweise bei der Unterstützung der Musik- und Volkshochschule zu verständigen.

Die Region steht erneut vor einem Strukturwandel: Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit dieser gelingt?

Harig: Ganz vorn stehen sicherlich der flächendeckende Breitbandausbau, die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur, das heißt Straße und Schiene, eine Neuausrichtung unserer Hochschulen- und Berufsschulzentren sowie gesetzliche Planungsvereinfachungen. Wir können es uns nicht leisten, 20 Jahre über Verkehrsstraßen zu philosophieren und uns gegenseitig zu verklagen.

Wenn Sie für den Landkreis einen Wunsch frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

Harig: Eine zuversichtliche Stimmung in der breiten Bevölkerung mit einem zum Ausdruck gebrachten Vertrauen in die eigene Kraft. Natürlich Frieden im Großen wie im Kleinen.

Mit Michael Harig
sprach Sascha Klein