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Landkreis Bautzen
Breitband-Ausbau vor dem Start

Hoyerswerda. Im Landkreis Bautzen sollen in den kommenden zwei Jahren rund 2000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden. Das Ziel: endlich flächendeckend schnelles Internet. Von Sascha Klein

Die Zahl mutet riesig an - doch für den großflächigen Ausbau von schnellem Internet im Landkreis Bautzen auch irgendwie greifbar: 240 Millionen Euro. Diese Summe könnte nötig sein, um zwischen Spreetal und Sohland für die meisten Einwohner schnelles Internet zur Verfügung zu stellen. Zurzeit laufen im Bautzener Landratsamt gerade die Verhandlungsverfahren zu den Ausschreibungen. Diese müssen europaweit erfolgen. Das bedeutet einen ungeheuren Verwaltungsaufwand.

Geplant war, die Vergaben für den Ausbau bereits im Dezember-Kreistag zu beschließen. Doch daraus wird nichts, teilt die Kreisverwaltung mit. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Beschlussfassung zur Vergabe erst am 26. März 2018 im Kreistag erfolgen kann“, betont Landkreis-Sprecher Gernot Schweitzer. Vor einer Entscheidung des Kreistages müssten die finalen Angebote und die abzuschließenden Verträge noch durch die Bundesnetzagentur und die Fördermittelgeber (Bund und Freistaat Sachsen) geprüft werden, heißt es. Denn der Löwenanteil des Geldes kommt von Bund und Land. Auch die Netzbetreiber sollen sich beteiligen. Der Landkreis Bautzen steuert laut den Planungen einen Eigenanteil von etwas mehr als 19 Millionen Euro bei.

Beim Ausbau des schnellen Internet ist der Landkreis Bautzen in neun Abschnitte geteilt – der Fachmann nennt das „Cluster“. Dabei ist der Norden des Landkreises in zwei Cluster unterteilt: Im Cluster neun befinden sich die Städte Hoyerswerda, Lauta und Bernsdorf sowie die Gemeinde Elsterheide. Im Cluster acht sind unter anderem die Stadt Wittichenau sowie die Gemeinden Spreetal und Lohsa. Das Ziel ist eine Versorgung von minimal 50 Megabit (mBit) pro Sekunde in allen Ecken des Landkreises. In der gesamten Region sind deshalb die Gebiete ermittelt worden, in denen es eine schlechte oder unzureichende Internet-Verbindung gibt.

Vor allem in Hoyerswerda gibt es da laut Landkreis-Angaben noch einige Stellen, an denen das Internet schneller laufen müsste. Wichtigstes Ausbaugebiet ist die Altstadt. Im Fokus ist dabei das Altstadt-Zentrum von der B 97 über den Zoo bis zur Friedrichsstraße. Die Ausbaugrenzen bilden in etwa die Bahnschranken kurz hinter der Bahnhofsallee und im Norden die Grenzen der Senf­tenberger Vorstadt. Der Neumarkt ist noch im Ausbaugebiet enthalten. Häusergenau können Interessierte den geplanten Bauverlauf auf der Internet-Seite „Breitband Bautzen“ ansehen. Weiter erschlossen werden sollen jedoch auch Teile der Neustadt – zum Beispiel das Neubaugebiet an der Dürerstraße, Kühnicht inklusive des Seenland-Klinikums und das Areal um die Integrierte Rettungsleitstelle an der Ecke Merzdorfer Straße / Liselotte-Herrmann-Straße sowie große Teile von Zeißig.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stadt Lauta und der Ortsteil Laubusch. In Lauta ist geplant, die Stadtteile Nord und Süd nahezu flächendeckend mit mindestens 50mBit pro Sekunde zu versorgen. Ebenfalls ein Schwerpunkt ist Bernsdorf mit dem Ortsteil Straßgräbchen. Wichtig dort ist unter anderem das Industriegebiet mit dem Klimakompressorenhersteller TDDK.

Im Cluster 8 sind die Stadt Wittichenau und die Ortsteile Keula, Brischko, Dubring und Liebegast im Fokus. Dazu kommen große Teile Lohsas, Friedersdorf, Litschen, Neu-Buchwalde und ein Straßenzug in Koblenz.

Wann die Einwohner in den einzelnen Orten damit rechnen können, dass gebaut wird, ist noch offen. Die Bauarbeiten sind für die Jahre 2018 und 2019 geplant. Spätestens Ende 2019 sollen dann alle Einwohner im Landkreis Bautzen in den Genuss kommen, schnelles Internet nutzen zu können. Bis es soweit ist, sind jedoch noch rund 2000 Kilometer Glasfaserkabel und 435 Kilometer Hausanschlüsse zu verlegen. Das entspricht einer Gesamtstrecke von Hoyerswerda bis kurz vor die georgische Hauptstadt Tiflis. Mehr Informationen zum Breitband-Ausbau auf der Homepage: www.breitband-bautzen.de