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| 02:39 Uhr

Brandstifter bekommt vier Jahre Knast

Die Dönerfabrik im Hoyerswerdaer Gewerbegebiet ist angezündet worden. Ein Fleischergehilfe wurde gestern verurteilt.
Die Dönerfabrik im Hoyerswerdaer Gewerbegebiet ist angezündet worden. Ein Fleischergehilfe wurde gestern verurteilt. FOTO: rlx1
Hoyerswerda/Bautzen. Ein Fleischergehilfe (30), der illegal in Hoyerswerda gearbeitet und vor nunmehr zwei Jahren die Dönerproduktion im Gewerbegebiet Zeißig in Brand gesetzt hatte, ist gestern am Landgericht Görlitz in Bautzen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das bestätigt Sprecher Reinhard Schade. Kathleen Weser

Der Türke, der sich hier ein besseres Leben versprochen hatte, wurde wegen schwerer Brandstiftung und vorsätzlicher Körperverletzung bestraft. 700 000 Euro Schaden hatten die Flammen angerichtet. Zwei Kinder des Inhabers der Döner-Fabrik hatten Rauchgasvergiftungen erlitten.

Der Unternehmer selbst und ein anderer Fleischergehilfe waren in einem ersten Verfahren vom Vorwurf der Brandstiftung für einen Versicherungsbetrug freigesprochen worden. Der nun verurteilte 30-Jährige hatte seinen Ex-Chef in einem schriftlichen Geständnis zwar als treibende Kraft und den anderen Gehilfen als Mittäter belastet, war dann aber nach Bulgarien geflüchtet. Während mit internationalem Haftbefehl nach ihm gesucht wurde, ist dem Inhaber und einem weiteren Gehilfen bereits der Prozess gemacht worden - in dessen Ergebnis beide straffrei blieben. Denn sie hatten die Vorwürfe vor dem Kadi erfolgreich bestritten - in Abwesenheit des Hauptbelastungszeugen.

Die Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Carmen Becker sieht nach dem nunmehr zweiten Verfahren um den Fabrikbrand keinen Grund, die Freisprüche in einem Wiederaufnahmeverfahren auf den Prüfstand zu stellen. Die Mittäterschaft der Männer bleibt ungeklärt.

Der später aufgegriffene Fleischergehilfe hat neben seiner unmittelbaren Beteiligung an der Brandstiftung eingeräumt, davon gewusst zu haben, dass sich in der Wohnung über den mit Benzin angezündeten Produktionsräumen die Frau des Firmeninhabers und dessen Kinder aufhielten. Verzweifelt hatte der Mann versichert, er sei kein Mensch, der für ein paar Tausend Euro brandstifte. Er habe nach dem gescheiterten Versuch, in Deutschland Fuß zu fassen, nur noch zurück in seine Heimat gewollt und dafür das von seinem Chef versprochene Geld der Versicherung gebraucht.