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| 10:13 Uhr

Sachsen
Brand im Bautzener Husarenhof weiter ungeklärt – LKA sucht Zeugen

Das abgebrannte ehemalige Hotel Husarenhof in Bautzen.
Das abgebrannte ehemalige Hotel Husarenhof in Bautzen. FOTO: Oliver Killig
Bautzen. Der Brand im Husarenhof Bautzen jährt sich am Mittwoch zum zweiten Mal. Hinweise auf die Brandstifter hat die Polizei immer noch nicht. Gegen drei Verdächtige wurden die Ermittlungen vor einem Jahr eingestellt. Nun sucht die Polizei erneut Zeugen. Der Eigentümer hat eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgelobt. Von Bodo Baumert

„Trotz umfangreicher Ermittlungen konnten bisher keine Tatverdächtigen bekannt gemacht werden“, teilt das Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. Die Ermittlungen gehen weiter. Das Polizeiliches Extremismus- und Terrorismus-Abwehrzentrum des LKA Sachsen arbeite „mit Hochdruck an der Aufklärung dieses Verbrechens“. Spezialisten für Auswertung und Analyse haben den Angaben zufolge ein Täterprofil erarbeitet, von dem man sich nun neue Ermittlungsansätze verspricht.

In der Nacht vom 20. zum 21. Februar 2016 brannte das Dach der noch unbewohnten Flüchtlingsunterkunft zu großen Teilen ab. Wenig später sollten rund 300 Flüchtlinge in das Gebäude ziehen. Schnell stand für die Ermittler fest: Ein Brandanschlag. Bundesweit sorgte der Fall für Aufsehen. Die Polizei berichtete in ersten Meldungen von „massiven Störern“ und Beifallsbekundungen durch Passanten. Zudem lag die Vermutung nahe, dass es sich um eine politisch motivierte Tat gehandelt haben könnte. Wochen vorher hatte sich auf Facebook eine Gruppe „besorgter Bürger“ zur Bürgerwehr gegen das Heim formiert.

Gegen drei Verdächtige wurden die Ermittlungen im März vergangenen Jahres eingestellt. Der Vorwurf der schweren Brandstiftung habe sich nicht erhärtet, so die Generalstaatsanwaltschaft Dresden damals. „Auch die Durchsuchungen und die Auswertung objektiver forensischer Spuren - wie zum Beispiel Fingerabdrücke, DNA-Spuren et cetera - sowie weiterer Beweismittel führten nicht zum Nachweis einer Tatbeteiligung der Beschuldigten“, meinte ein Sprecher.

Mit einem erneuten Zeugenaufruf hoffen die Ermittler des LKA nun auf weitere Hinweise. „Personen, die sich zum Zeitpunkt der Tat vor Ort aufgehalten und Beobachtungen gemacht haben oder sonstige Erkenntnisse, etwa durch die Kommunikationen im Internet (in sozialen Medien) gewonnen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden“, heißt es in einem Aufruf. Der Eigentümer hat eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgelobt, für Hinweise, die zur Ergreifung von Tatverdächtigen führen. Zeugenwerden gebeten, sich telefonisch im LKA Sachsen unter 0800 8552055 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. (mit dpa)