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Boote auf der Sandbank

Knappensee/Hoyerswerda.. Vor ein paar Tagen erreichte den Hoyerswerdaer Kanutenverein telefonisch die Nachricht, dass trotz mehrmaliger Gespräche mit dem Arbeitsamt Hoyerswerda die Vergabe-ABM nicht bewilligt wird und damit der Bau des neuen Vereins- und Bootshauses ins Wasser fallen könnte. Gunnar Schulze

Ohne Angabe von Gründen möchte sich der 100 Mitglieder zählende Verein nicht geschlagen geben.
„Eigentlich bin ich richtig sauer“ , so Vereinschef Wolfgang Busch. Seit knapp dreieinhalb Jahren verfolgen die Kanuten die Umsetzung des ehrgeizigen Zieles: Sie wollen sich ein neues Vereinshaus bauen (die RUNDSCHAU berichtete).
Die Vereinsimmobilien stehen auf ehemaligem Kippengelände am Knappensee und sind wegen erheblicher Bodensetzungen am Baugrund stark sanierungsbedürftig. Das hinzugezogene Planungsbüro prüfte den Grad der Beschädigung und erarbeitete ein Sanierungskonzept mit dem Ergebnis, als kostengünstigste Variante einen Ersatzbau zu errichten. „Die Investitionskosten können langfristig gesehen vom Sportverein nicht erbracht werden“ , erklärt Busch. Aus diesem Grund wurde beim Regierungspräsidium Dresden eine Sportförderung beantragt und zur Ergänzung der Finanzierung beim zuständigen Arbeitsamt in Hoyerswerda die Bewilligung einer Vergabe- ABM beantragt. Nur in dieser Einheit ist es dem WSV Knappensee möglich, die notwendige Baumaßnahme in die Tat umzusetzen. Für die Antragstellung der "Vergabe-ABM" seien mehrere Termine beim Arbeitsamt Hoyerswerda notwendig gewesen, erklärt Wolfgang Busch. Trotz mehrfacher Nachbesserungen durch den Verein und die beauftragte SEG (Sportstätten-Entwicklungs-GmbH) erhielt der Vereinsvorsitzende in der vergangenen Woche eine telefonische Absage, „ohne Angabe von Gründen“ , sagt Wolfgang Busch.
Der Stachel der Enttäuschung sitzt recht tief. „Damit können wir uns nicht zufrieden geben. Andere Beispiele in Sachsen zeigen, das dies praktikable ist“ , so der Vereinschef. Das bestätigt Thomas Krüger von der SEG, der das Knappensee-Projekt betreut. „Ob in Görlitz, Leipzig, Grimma oder im Vogtland - überall wurden diese Vergabe-ABM bewilligt und sind gängige Praxis. Um so unverständlicher ist die Absage, bei der wir keine Rechtsmittel einlegen können, da kein Grund angegeben wurde.“
Da hilft es dem Verein auch nicht entscheidend weiter, dass durch das Arbeitsamt Hoyerswerda die Unterlagen für eine Strukturanpassungsmaßnahme (SAM) zugesandt wurden, da der Verein damit erheblich andere finanzielle Mehraufwendungen bewerkstelligen müsste.
„Wir hoffen darauf, dass unsere Unterlagen nochmals sorgfältig geprüft werden und wir dann doch mit unserer Baumaßnahme beginnen können“ , so Wolfgang Busch recht zuversichtlich.