Denn eine Bombendrohung hat den Unterricht lahm gelegt, die Schüler und Lehrer in eine Ausnahmesituation versetzt. Gegen 11.30 Uhr soll ein unbekannter Mann in der 3. Mittelschule angerufen und mit einem Bombenattentat gedroht haben. Er „will 5000 - sonst geht'se hoch“ soll der Täter gefordert haben.
Sofort wird in der Schule Alarm gegeben. Rund 450 Schüler und etwa 30 Lehrer müssen evakuiert werden und versammeln sich auf dem Schulhof. Dann ist Warten angesagt. Die Kinder und Jugendlichen sitzen auf dem Gelände fest. Die meisten haben ihre Jacken und Taschen im Haus gelassen, stehen nun ohne Essen und Schulzeug da. Diejenigen, die einen Wohnungsschlüssel dabei haben, dürfen gegen 13 Uhr den Hof schließlich verlassen und nach Hause gehen. Alle anderen stehen weiter herum.
Im Inneren ist die Polizei noch kräftig am Arbeiten. Als gegen 12.30 Uhr zwei Sprengstoffspürhunde von der Polizeidirektion Görlitz eintreffen, wird das komplette Schulhaus durchsucht. Doch die Spürnasen finden nichts Verdächtiges und so wird die Aktion schließlich kurz nach 13.30 Uhr abgebrochen. Die, die noch da sind, können wieder ins Schulgebäude und endlich ihre Habseligkeiten zusammensammeln. An Unterricht ist Montagnachmittag nicht mehr zu denken.
Für die Schüler und Lehrer wird der blinde Alarm noch ein Nachspiel haben. Denn gestern kursierten bereits Informationen, wonach die verpassten Stunden möglicherweise schon am Freitagnachmittag nachgeholt werden sollen. Eine Idee, die bei den Schülern auf wenig Gegenliebe stößt. „Ich habe so eine Wut im Bauch. Da sollen wir alle bestraft werden, nur weil einer dort anruft“ , schimpft Claudia. Die Schulleitung war gestern zu diesem Thema nicht erreichbar. (cs)