Dieser wiederum ist in rohem Zustand giftig, gekocht wegen seines widerlichen Geschmacks eigentlich ungenießbar. Wer den Pilz dennoch isst, muss mit Bauchschmerzen und -koliken rechnen, auch Erbrechen und Durchfall sind möglich. Als Folge der Brechdurchfälle können Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut
(Azidose), Wadenkrämpfe, Austrocknung des Körpers durch den Flüssigkeitsverlust (Exsikkose) und Schock auftreten.
Erworben hatten die Lautaer die Waldfrüchte von einem privaten Pilzsammler, der sie in einer Gaststätte zum Verkauf angeboten hatte. „Das ist hier nicht unüblich“ , verrät Ulrich Wermter. Damit würden einige ihr Haushaltsgeld ein wenig aufbessern.
Zum Glück hatten die gutgläubigen Pilzkäufer die Früchte nicht sofort gegessen, sondern für den späteren Verzehr „süß-sauer eingelegt“ , erzählt Ulrich Wermter. Nach zwei Tagen öffnete sich allerdings der Verschluss eines Glases, ein penetranter Gestank machte sich sofort breit. Die Lautaer brachten das Glas zum Experten, der die Verwechslung sofort erkannte. „Der Schwefelritterling hat durchaus Ähnlichkeiten mit dem Grünling - allerdings verrät er sich meist schon beim Sammeln durch seinen unangenehmen Geruch“ , sagt Ulrich Wermter.
Der Lautaer Familie bescherte diese Erkenntnis sogleich noch ordentlich Arbeit. Denn die an die Verwandtschaft verteilten Einmachgläser mussten schleunigst wieder zurückgeordert werden. (sh)