Eine besondere Attraktion wartet derzeit auf dem Gelände des Hauses der Tausend Teiche in Wartha auf Besucher: zwei junge Weißstörche, die sich zumeist hoch oben auf dem Dach einer alten Scheune aufhalten. Das Duo wurde erst vor ein paar Tagen von Fachleuten des Görlitzer Naturschutz-Tierparks auf dem Gelände der Biosphärenreservatsverwaltung in Freiheit entlassen. Zuvor waren die einstmals hilflos aufgefundenen Rotstrümpfe im Tierpark aufgepäppelt worden.

Jetzt scheinen sich die Störche in Wartha sichtlich wohlzufühlen, sagt Reservatssprecher Sebastian Förster. Durch die hiesigen Experten würden die Tiere genau beobachtet. Sie hätten noch zwei, drei Wochen Zeit, bevor der große Zug gen Süden nach Afrika beginnt. "Wir hoffen natürlich, dass sie mit mehreren Altstörchen auf die Reise gehen werden", so Förster. Dann besäßen die beiden Jungen wesentlich höhere Überlebenschancen. Klappe dies nicht, und die Störche blieben in Wartha, müssten sie zum Überwintern in den Tierpark zurück, beschreibt Maik Robel von der Naturwacht ein mögliches Szenario. Im kommenden Jahr gebe es dann den nächsten Auswilderungsversuch.

Indes präsentiert sich das Storchenjahr 2016 in der Oberlausitz er Heide- und Teichlandschaft ziemlich bescheiden. In den Grenzen des Biosphärenreservates gebe es lediglich acht Brutpaare mit etwa fünf flügge gewordenen Jungtieren. Zum Vergleich: In den 1990er-Jahren wurden noch 36 Brutpaare gezählt. Das Wetter habe den Rotstrümpfen in den vergangenen Monaten erheblich zugesetzt. Ausgerechnet nach dem Schlupf sei es kalt und regnerisch gewesen.

Den beiden Jungstörchen am Haus der Tausend Teiche gehe es jedoch prächtig. Manchmal, so weiß Sebastian Förster, hielten die Tiere nach den Bockwürsten der Besucher Ausschau. Stibitzt worden sei allerdings noch keine Wurst. Das dürfe auch nicht passieren, da die spitzen Schnäbel für Menschen ziemlich schmerzhaft werden können. Stattdessen würden die Vögel unter anderen mit tiefgefrorenen Eintagsküken gefüttert.