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| 02:39 Uhr

Blutspenden kennt keine Ferien

Schon 83 Mal hat sich Roland Gragert (r.) Blut abnehmen lassen, diesmal übernimmt Schwester Katja das Prozedere.
Schon 83 Mal hat sich Roland Gragert (r.) Blut abnehmen lassen, diesmal übernimmt Schwester Katja das Prozedere. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Sommerzeit ist Ferienzeit. Das heißt, dass sich viele Menschen Zeit für Urlaub und Reisen nehmen – aber eher weniger, um Blut spenden zu gehen. Katrin Demczenko / dcz1

Unfallopfer, chronisch kranke oder an Krebs erkrankte Menschen brauchen aber das ganze Jahr über Blutkonserven in allen Blutgruppen. Darauf hat die Gebietsreferentin Ramona Pötschke des Blutspendedienstes vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) kürzlich hingewiesen. Sie und ihre Mitarbeiter organisieren deshalb im Altkreis Hoyerswerda jährlich 48 Termine, bei denen sie Freiwilligen Blut abnehmen.

Roland Gragert gehört seit mehr als zehn Jahren zu diesen Freiwilligen und gab schon 83 Mal je 0,5 Liter Vollblut ab. Der Hausmeister des Lausitzer Seenland Klinikums Hoyerswerda handelt aus der Überzeugung heraus, Menschenleben retten zu können.

Karina Pfeiffer spendet erst seit 2014, wozu sie eine Werbung im Postkasten gebracht hat. Sie tut das, "damit Konserven da sind, auch wenn man selbst mal eine braucht". Außerdem werden ihr Blut und ihr Gesundheitszustand regelmäßig überwacht, erklärt Karina Pfeiffer.

Ein Arzt, medizinische Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer kümmern sich um die Spender. Nach der Anmeldung mit dem Personalausweis füllt jeder einen Fragebogen zu seinem Gesundheitszustand aus. Ein Arzt entscheidet über die Spendefähigkeit. Schwestern nehmen das Blut ab, das binnen fünf bis zehn Minuten in ein steriles Beutelsystem fließt.

Dann muss sich der Spender 20 Minuten ausruhen und trinken. Beim DRK bekommt er von Ehrenamtlichen wie Karin Pötschke aus Groß Särchen Brötchen, Soljanka, Kekse und Obst. Die Helferin benennt das regelmäßige Gebrauchtwerden und den Kontakt zu netten Leuten als Motivation für ihr Engagement.

Ronny Rehm, Beauftragter für Blutspendetermine der Haema in Sachsen, erläutert, dass nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung ab dem 18. Lebensjahr auf diese Weise anderen helfen. Zu den Hauptferienzeiten im Sommer und in der Woche nach Weihnachten sind die Mitarbeiter froh, wenn pro Nachmittag 60 Menschen kommen, während es im Herbst und Frühjahr bis zu 90 Personen sind. Neue Freiwillige werden immer gesucht - auch weil nur bis zu einem bestimmten Alter gespendet werden darf.

"Die Versorgungssicherheit mit Blutkonserven ist unabhängig von diesen üblichen Veränderungen das ganze Jahr über gegeben", so Rehm. Der Haema Blutspendedienst empfängt jeden Donnerstag von 14 bis 19 Uhr Freiwillige in seiner Station in der Straße am Lessinghaus 5.

Auf Anfrage gehen die Mitarbeiter auch zu Vereinen und Schulen, die Geld zur Umsetzung eines Projektes brauchen. Material zur Bewerbung dieser Sonderaktionen stellt Haema bereit. Die Aufwandsentschädigung, die jeder Blutspender grundsätzlich bekommt, fließt dabei in das zu fördernde Projekt.

Blutspendetermine des DRK sind unter Telefon 0800 1194911 zu erfragen.

Zum Thema:
In Deutschland sind homosexuelle Männer von der Blutspende ausgeschlossen, weil sie ein erhöhtes HIV-Risiko mitbringen. Dabei steigt der Bedarf an Spenden. Seit Jahren beklagt das DRK sinkende Zahlen der jährlichen Spenden (2016 wurden 50 000 Vollblutspenden weniger als im Vorjahr geleistet). Die Gesetze zur Regelung des Transfusionswesens sind weltweit unterschiedlich. In Frankreich und den USA dürfen Homosexuelle spenden, wenn sie in einer Partnerschaft leben.