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| 13:17 Uhr

Unser Dorf hat Zukunft
Bluno sieht sich als Dorf mit Zukunft

Blunos Ortsvorsteher Udo Zippack im Dorfzentrum, wo derzeit fleißig gebaut wird. Hier soll ein Rastwanderplatz entstehen. Im Hintergrund das älteste Gebäude des Elsterheider Ortsteiles, die evangelische Fachwerkkirche.
Blunos Ortsvorsteher Udo Zippack im Dorfzentrum, wo derzeit fleißig gebaut wird. Hier soll ein Rastwanderplatz entstehen. Im Hintergrund das älteste Gebäude des Elsterheider Ortsteiles, die evangelische Fachwerkkirche. FOTO: Rainer Könen
Bluno. Der Elsterheider Ortsteil ist für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Landesebene qualifiziert. Eine Kommission kommt im Mai. Von Rainer Könen

Die Zeit, die die Blunoer haben, um ihren Ort im besten Licht darzustellen, beträgt genau 180 Minuten. So lange wird sich die Bewertungskommission am 14. Mai in Bluno aufhalten.

In den drei Stunden haben die Bürger des Elsterheider Ortsteiles Gelegenheit, ihr Dorf von seiner besten Seite zu zeigen, in der Hoffnung, beim diesjährigen Landesausscheid des 10. Sächsischen Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gut abzuschneiden. Denn die 420 Einwohner zählende Gemeinde gehört zu den 13 Dörfern Sachsens, die sich im vergangenen Jahr auf Kreisebene für diese zweite Runde qualifizierten.

Auch wenn Blunos Ortsvorsteher Udo Zippack bemüht ist, den Ball flach zu halten – „wir sind froh, dass wir wieder dabei sind“ –, so hofft er doch insgeheim, wie so viele in Bluno, dass man bei den Kommissionsmitgliedern so punkten kann, um etliche der anderen teilnehmenden Dörfer aus dem Freistaat hinter sich lassen zu können. Etwa das ebenfalls im Bautzener Landkreis gelegene Wehrsdorf, das den Wettbewerb im vergangenen Jahr auf Kreisebene für sich entschied und die Blunoer auf den zweiten Platz verwies. Oder das im Görlitzer Landkreis gelegene Kreba-Neudorf. Oder den bei Altenburg gelegenen Kurort Oberbärenburg.

So eine Teilnahme am Dorfwettbewerb sei auf jeden Fall gut fürs örtliche Renommee, findet Blunos Ortsvorsteher Zippack. Frage: Wird er angespannt sein, wenn die Kommission vor der Türe stehen wird? Der 43-jährige Blunoer, der seit 2009 Ortsvorsteher seines Heimatortes ist, muss da lächeln. „Vielleicht kurz bevor es losgeht“, so der gebürtige Blunoer.

Knapp zwei Monate bleiben den Bewohnern, auch um alle selbst gestellten Hausaufgaben zu erledigen. Man werde natürlich mit einem gepflegten Ortsbild aufwarten, so Zippack weiter, der Kommission auch einen Eindruck geben, wie es um das ehrenamtliche Engagement bestellt ist. Das sei „hervorragend“, so der 43-Jährige. Man werde Projekte vorzeigen, die bereits realisiert sind, wie den neu geschaffenen Spielplatz oder die Neugestaltung des Ortskernes mit dem Rastwanderplatz und den Parkflächen für die Verkaufswagen.

Auf dem Rundgang wird Zippack die Kommission durch das Gewerbe- und Neubaugebiet führen,  zum Bluno-Damm geht es ebenfalls, und natürlich soll auch sorbisches Brauchtum in den Focus gestellt werden. Die Vereine des Ortes werden sich im Mehrzweckgebäude vorstellen. Etwa der Jugendclub, der Fußballverein oder die Kirchgemeinde.

Auf dem Rundgang wird selbstverständlich auch das älteste Gebäude des Elsterheider Ortsteiles, die evangelische Fachwerkkirche, besichtigt. 1673 wurde diese eingeweiht, in dem Jahr, in dem der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde.
Zum fünften Mal nimmt Bluno an diesem alle drei Jahre durchgeführten Landeswettbewerb teil. Man mache da mit, so Zippack, um zu zeigen, „dass sich das Leben auf dem Dorf lohnt“. Letztendlich habe die Teilnahme an diesem Dorfwettbewerb auch eine Signalwirkung: „Wir  präsentieren nicht nur unseren Ort, sondern die gesamte Region.“ Klar, dass die Bewohner auch bei der zweiten Runde dieses Wettbewerbes erneut an einem Strang ziehen.

Da geht es um das Gemeinschaftsgefühl, um kulturelles Leben, darum, was Orte wie Bluno den dort lebenden Menschen bieten können. Die Kommission, das hat Zippack erfahren, werde ihre sachsenweite Besichtigungstour in dem Elsterheider Ortsteil starten. „Was strategisch gesehen für uns eine prima Voraussetzung ist“, wie der Ortsvorsteher findet. Allerdings, auch das sind seine Erfahrungswerte, wisse man nach dem Besuch einer solchen Bewertungskommission nie, mit welchen Eindrücken diese abreist. Zippack: „Man kann ja nicht in deren Köpfe sehen.“ Da heißt es abwarten. Am 22. Juni 2018 werden die Blunoer dann wissen, wie ihr Ort bei den Offiziellen angekommen ist. In dem bei Zwickau gelegenen Ort Stangengrün werden alle Orts-Bewertungen vorgestellt, wird feststehen, welche sächsischen Gemeinden sich für die nächste Ebene, den Bundeswettbewerb, qualifiziert haben.

Wäre natürlich eine „prima Sache“, so Ortsvorsteher Udo Zippack, wenn Bluno weiterkäme. Das, so der 43-jährige Tischlermeister, „wäre für uns dann absolutes Neuland“. Aber das beträten die Blunoer sicher sehr gerne.