"Bluno ist lebenswert. Als Bürgermeister bin ich selber immer wieder verwundert, wie viel Aktivitäten es dort gibt", sagte ein völlig überraschter Dietmar Koark, nachdem Mitglieder des Ortschaftsrates die Urkunde entgegengenommen hatten. Von den 450 Einwohnern ist fast jeder in jedem Verein, alle gemeinsam haben einen Spielplatz gebaut. Zum fünften Mal war Bluno dabei. Mit dem Sieg verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 1500 Euro.

Die Wertungskommission war von den Verbesserungen im Ort im Vergleich zum vergangenen Wettbewerb vor vier Jahren sehr angetan. Insbesondere das gepflegte Ortsbild und die Bemühungen, den Charakter des Ortes mit seinen Klinkerbauten zu erhalten, haben die Kommission überzeugt. Die gesunde wirtschaftliche Struktur durch die Ansiedlung der Gießerei und die damit verbundene Schaffung von 70 Arbeitsplätzen waren weitere Pluspunkte. Ortsvorsteher Udo Zippack, der aus privaten Gründen nicht mit zur Auszeichnungsveranstaltung fahren konnte, wurde gleich nach der Bekanntgabe telefonisch informiert. Man habe mit einem vorderen Platz gerechnet, sagte er. Der Sieg hat ihn dann aber doch sehr gefreut.

Beim Zweitplatzierten Rammenau überzeugten Sanierung und Umnutzung der Alten Schmiede zu Bibliothek und Kulturzentrum. Hier werden laut Landratsamtssprecher Gernot Schweitzer 1000 Euro zur freien Verwendung überwiesen. Jeweils 700 Euro bekommen die beiden drittplatzierten Dörfer Schwarzkollm und Oberlichtenau. Schwarzkollm wurde vor allem für seine Eigeninitiative bei der "Krabat"-Themendorfentwicklung gewürdigt. Für Oberlichtenau waren das touristische Konzept des Liederweges sowie das neu geschaffene Freizeitzentrum ausschlaggebend. Alle anderen Teilnehmer können sich immerhin über eine Anerkennung in Höhe von jeweils 300 Euro freuen .

Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) startete im März den 8. Landeswettbewerb. Von den 62 beteiligten Dörfern kommen mit zwölf die meisten aus dem Landkreis Bautzen. Der Wettbewerb zeige, dass es sich im ländlichen Raum der Oberlausitz gut leben lässt und die Dörfer die technischen und demografischen Herausforderungen angenommen haben, sagte Landrat Michael Harig (CDU). Bei allen Bewerbern fand die Bewertungskommission vielversprechende Entwicklungskonzepte vor. "Das Gemeinschaftsgefühl auf dem Dorf macht Initiativen möglich, die in großen Städten kaum denkbar wären", stellte die Jury fest. Ein Sonderpreis ging an Haselbachtal für deren neues Marketingkonzept.

Beworben hatten sich Bischheim, Bluno, Gersdorf, Groß Särchen, Häslich, Leippe, Oberlichtenau, Rammenau, Schwarzkollm, Schwepnitz, Steina und Zeißholz.