In der Ostsächsischen Kunsthalle werden seit vielen Jahren Werke bildender Künstler vorgestellt. In der 400 Quadratmeter großen Halle am Markt sind derzeit Arbeiten aus 15 Ateliers bildender Künstler aus Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde, aber auch aus Berlin, Dresden und dem polnischen Szubin zu sehen. Die neue Präsentation steht unter dem Motto "Land zwischen Elbe und Elster" und ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kulturamtes des Elbe-Elster-Kreises und des Ernst-Rietschel-Kunstrings Pulsnitz. Die Brandenburger haben im Jahr 2014 mit dazu beigetragen, die erste Brandenburger Landesausstellung "Preußen und Sachsen - Szenen einer Nachbarschaft" im Schloss von Doberlug zu organisieren. Davon waren mehr als 96 000 Besucher fasziniert. Nun können in Pulsnitz Künstler aus dem Schraden, einer Landschaft 50 Kilometer nördlich von Dresden, kennengelernt werden. Der heute brandenburgische Landstrich gehörte bis 1815 zu Sachsen und fiel im Ergebnis des Wiener Kongress an Preußen.

Diese Ausstellung demonstriert die Gemeinsamkeit von Künstlern und Besuchern über die Landesgrenzen, den Tellerrand hinaus. Die Werke aus Metall, Holz oder auf Leinen haben bereits am ersten Tag die Betrachter zu angeregten Diskussionen und Nachdenklichkeit angeregt. Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Ingrid Koch, und viele Künstler haben den Pulsnitzer Organisatoren ein Kompliment für "beste und selten so vorgefundene Ausstellungsmöglichkeiten" gemacht. Sabine Schubert, Vereinsvorsitzende des Ernst-Rietschel-Kunstrings und der scheidende Bürgermeister von Pulsnitz, Peter Graff, hörten es gern.

Das Geburtshaus in der Rietschelstraße 16 wurde vor 15 Jahren vom Verein erworben, entschuldet und umfangreich rekonstruiert. Seit vergangener Woche werden in einer neuen Präsentation im Erdgeschoss Skulpturen und Skizzen aus unterschiedlichen Schaffensperioden des Pulsnitzers vorgestellt. Zu sehen sind neben Bekanntem auch Neuerwerbungen und private Leihgaben. Die Ausstellung wurde unter anderem von der Kunsthistorikerin Monika von Wilmowski aus Göttingen gestaltet, die derzeit an einem Werkkatalog von Ernst Rietschel arbeitet.

Veronika von Appen thematisiert "Zeit der Fluchten und Flucht der Zeiten" in der Galerie des Ernst-Rietschel-Kunstringes im Geburtshaus des Künstlers. Die 1936 in Dresden geborene Künstlerin erhielt eine Ausbildung an der Paluccaschule Dresden, studierte Bildhauerei an der dortigen Kunsthochschule und war auch Stipendiatin der Kulturstiftung Berlin. So vielseitig wie ihre Ausbildung und ihre Studienreisen sind, so tiefgründig wirken ihre Werke im Obergeschoss des neu gestalteten Hauses. Sie zeigt Bilder und Skulpturen in großer Vielseitigkeit und Eleganz.

Wolkenverhangener Olymp - der Name der Präsentation im Kultursaal der Helios-Kliniken im Schloss der Stadt verrät das Thema. Dieter Bock von Lennep zeigt großformatige Zeichnungen, die farbige Eindrücke von Himmel und Wolken wiedergeben. Die Vielfalt und die Farben des Himmels in außergewöhnlichen Bildern lassen keine Beschreibung zu.

Die vier Ausstellungen sind noch bis zum Donnerstag, 12. Juni, zu erleben.