Von Uwe Menschner

Der Stiftungsrat der Stiftung für das sorbische Volk hat auf seiner jüngsten Sitzung Susan Schenk als seine Vorsitzende wiedergewählt. Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) bekleidet in der nächsten Wahlperiode das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden und löst damit den Bautzener Landrat Michael Harig ab. Darüber hinaus beschäftigte sich der Stiftungsrat hauptsächlich mit Bauangelegenheiten.

Sorbisches Ensemble: Für die Fertigstellung der Sanierung des Sorbischen Nationalensembles stehen knapp 1,8 Millionen Euro aus so genannten PMO-Mitteln (Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR) zur Verfügung. 100 000 Euro setzt die Stiftung an Eigenmitteln dafür ein. „2015 und 2016 wurden bereits der Verwaltungstrakt und der Saal saniert und die Röhrscheidtbastei nutzbar gemacht“, so der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Jan Budar. Was noch fehlt, ist der Balletttrakt: „Hier soll eine Ertüchtigung der Brandschutz-, Elektro- und Sanitäranlagen erfolgen. Außerdem wollen wir bessere Übungsmöglichkeiten für unsere Balletttänzer schaffen und den Künstler- vom Besucherbereich trennen“, erklärt der Stiftungsdirektor. Optimieren will die Stiftung auch die Eingangs- und Kassensituation: „Durch ein Vorportal wollen wir den Eingangsbereich besser sichtbar machen“, so Jan Budar. Der Baubeginn ist für Juni 2020 vorgesehen, der Abschluss für das Frühjahr 2022.

Lauenareal Hinsichtlich des Bautzener Lauenareals ist es in der jüngeren Vergangenheit zu einer Fehlinformation gekommen. „Anders als vermeldet hat durch uns noch kein Kauf des Areals von der Stadt Bautzen stattgefunden“, betont Stiftungsdirektor Jan Budar. Der Bautzener Stadtrat habe lediglich seine Bereitschaft bekundet, das in Rede stehende Gelände mit der historischen Posthalterei an die Stiftung für das sorbische Volk zu verkaufen. Dies sei offenbar überinterpretiert worden. Allerdings steht in dem Beschlusstext sehr konkret: „Der Stadtrat beschließt den Verkauf der Flurstücke 951 und 952 der Gemarkung Bautzen an die Stiftung für das Sorbische Volk.“ Er benennt auch einen genauen Kaufpreis: insgesamt 89 044 Euro. Zudem heißt es, dass der Erwerber die Nebenkosten trägt und sich verpflichtet, die Alte Posthalterei denkmalgerecht zu sanieren.

Laut Jan Budar soll bis zur Stiftungsratssitzung im Herbst ein schlüssiges Bau- und Finanzierungskonzept vorliegen. Aktuell ist ein Ideenworkshop geplant, der „schnellstmöglich stattfinden soll.“ Auf dem Lauenareal soll das Sorbische Institut sein neues Domizil finden, ebenso wie die Sorbische Kulturinformation und das Archiv. „Das Haus soll einen öffentlichen Charakter tragen“, betont Jan Budar.

Wendisches Museum Cottbus Das Wendische Museum wird voraussichtlich Anfang bis Mitte 2020 wieder seine Türen öffnen. „Mit einer endgültigen Aussage halten wir uns noch zurück“, erklärt der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Jan Budar. Die Gestaltung der Dauerausstellung verzögert sich gegenüber dem ursprünglichen, „sehr sportlichen“ Zeitplan. „Wir haben die für 2018 eingeplanten Gelder auf 2019 übertragen“, so der Direktor. Das Wendische Museum ist seit Anfang 2016 wegen des Umbaus geschlossen.