Eines der Glanzstücke der Ausstellung ist Theodor Rosenhauers Ölgemälde „Bischofswerda im Winter“ . Das Werk habe man als Ergebnis „einer beispiellosen Sammlungsaktion“ und mit Unterstützung großer Geldgeber erwerben können, sagte Kurator Bernd Gork. Das Beispiel beweise: Obwohl die Lausitzer Kunstsammlung inzwischen wegen spärlicher fließender Fördermittel langsamer wachse, so konnten dennoch in den letzten Jahren dank des Engagements des Landkreises, des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie von Institutionen und privaten Spendern hochwertige Ankäufe getätigt werden.
Museumsleiter Hartmut Lotzwig hatte zuvor die Ausstellung in Schloss und Galerie im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Museumsgeschichte Senftenberg“ und im Beisein etlicher Künstler wie Dietrich Lusici, Gerhart Lampa, Maja Nagel, Hans-Georg Wagner und Thea Kovar eröffnet. Lotzwig erinnerte daran, dass der hohe Stellenwert der Kunst im Senftenberger Museum seit den 50er-Jahren durch die Maler Günther Wendt und Gerhart Lampa als Museumsleiter begründet worden war. Hans -Peter Rößiger habe dann die Initialzündung für eine eigenständige Sammlung ausgelöst, die seit dem Jahr 1985 besteht. Seitdem werde sie von Bernd Gork, dessen Verdienst ausdrücklich gewürdigt wurde, als „rastlosem Lenker“ entwickelt, so Lotzwig.
Etwa 2500 Werke von mehr als 100 Malern, Grafikern und Bildhauern umfasst die Ausstellung derzeit und verfolge laut Kurator Bernd Gork den Anspruch, die bildende Kunst der Lausitz zumindest exemplarisch zu erfassen. Auch solche auf dem internationalen Kunstmarkt gefragte Maler wie Georg Baselitz und Gerhard Richter gehören dazu.
Besonders bedankte sich Gork für Schenkungen von Werken durch Künstler oder deren Nachlassverwalter. Ein schönes Beispiel dafür bot am Tag der Ausstellungseröffnung die Künstlerin Thea Kowar mit der Schenkung einer Holzschnittfolge aus ihrem frühen Schaffen zu Werken von Erwin Strittmatter.
Überhaupt, so konnten sich die Besucher der Vernissage überzeugen, bietet die Ausstellung eine Sammlung wichtiger Kunstwerke von der traditionsbewussten Malerei wie das Porträt „Rose Herzberg“ von Günther Wendt über Gerenot Richters faszinierendes Aquatinta „Gleichnis III“ bis hin zu Lohses expressivem „Empfindungsleben“ , der neoexpressionistischen Arbeit „Ohne Kopf, ohne Fuߓ von Eckhard Böttger oder den Kleinplastiken von Hartmut Bonk und Hans-Georg Wagner. Beim Rundgang können Besucher ganz unterschiedliche Handschriften entdecken. Dazu gehören auch die großformatigen Arbeiten wie Peter Herrmans Frauenakt „Banane - Zitrone“ , Dieter Zimmermanns skurriles Bild „Ende der Reise“ oder Horst Webers schockierender „Gang in die Gaskammer“ . Harald Metzkes verführt zum Verweilen vor seinem übermütigen „Gartenfest in Bargfeld“ , und Klaus Zylla lockt mit geheimnisvoller Zeichensprache wie Dietrich Lusicis „Vergitterte Landschaft“ zur Entschlüsselung. „Kalter Tag“ von Gerhart Lampa macht den spröden Reiz einer Tagebaulandschaft sichtbar.

Service Öffnungszeiten
  Die Ausstellung im Senftenberger Schloss und in der Galerie am Schloss hat bis zum 16. September täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der den Vorgängerkatolog „Erwerbungen“ weiterführt.