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| 02:39 Uhr

Bleifüße im Visier der Ordnungshüter

Die Ordnungshüter der Stadt Hoyerswerda und des Landkreises Bautzen überwachen die Straßen intensiv.
Die Ordnungshüter der Stadt Hoyerswerda und des Landkreises Bautzen überwachen die Straßen intensiv. FOTO: Sascha Klein
Hoyerswerda. Bleifüße auf dem Gaspedal halten die Ordnungshüter auf Trab. Mit 269 074,68 Euro sind ertappte Verkehrssünder im vergangenen Jahr von der Stadt Hoyerswerda zur Kasse gebeten worden. Bei 2,5 Millionen Euro liegt das Gesamtstrafmaß im Kreisgebiet Bautzen. Es ist rückläufig. Aber die Zahl der Fahrverbote steigt. Jan Augustin und Kathleen Weser

Die meisten Temposünder der Stadt Hoyerswerda fahren auf der Grollmußstraße, auf der Straße des Friedens, auf der Dorfstraße in Schwarzkollm und in der Friedrichstraße (20 km/h-Zone) in die Blitzerfalle. Extreme Überschreitungen der Tempolimits haben die Ordnungshüter im vergangenen Jahr auf der B 97 zwischen Hoyerswerda und Schwarze Pumpe (52 km/h mehr als die erlaubte Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern) und zwischen Hoyerswerda und Bernsdorf in Höhe des "Auerhahn" (53 km/h über erlaubten 100) gemessen. Auf der Dresdener Straße ist der Negativrekord mit Tempo 117 in der 50er-Zone dokumentiert. Auf der Lieselotte-Hermann.Straße sind Fahrer mit 35 km/h über dem erlaubten Tempo 30 ausgerechnet am Kindergarten vorbeigerauscht. Und auch auf der Dorfstraße in Schwarzkollm sind 36 km/h in der 50er-Zone besonders auffällig gewesen. Das bestätigt Rathaus-Sprecher Bernd Wiemer. Mit mehr als 10 000 Verwarngeld- und fast 900 Bußgeldbescheiden hat die Stadt Hoyerswerda die erwischten Sünder die harte Hand des Gesetzes spüren lassen. Für mehr Sicherheit auf den Verkehrsadern.

Auch im Kreisgebiet bleiben die Ordnungshüter den Rasern auf den Fersen. Der feste Laser-Blitzer in Maukendorf hat im vergangenen Jahr 3280 Mal ausgelöst, die verhängten Strafen haben sich hier in Summe mehr als verfünffacht (2015: 592 geblitzte Fahrzeuge). Im Hoyerswerdaer Umland sind Schwerpunkte der mobilen Geschwindigkeitskontrollen in Lauta die Liebknechtstraße, in Laubusch die Hauptstraße, die Spremberger Straße in Burgneudorf und die Dorfaue in Bluno. Das sagt Frances Lein, die Bautzener Kreis-Sprecherin.

Die Bürgermeister der Elsterheide und Lautas sind froh, dass die Kreisbehörde die Raser konsequent ins Visier nimmt. "Die mobilen Verkehrskontrollen sind ein wichtiges Element, um das Verkehrsrowdytum in Grenzen zu halten", sagt Dietmar Koark, das Oberhaupt der Gemeinde Elsterheide. Das sei auch wichtig für das Sicherheitsgefühl der Bürger. Dass der Landkreis besonders die Dorfaue in Bluno als Schwerpunkt ausgemacht hat, sei richtig. Die Bundesstraße 156, die durch den Ort führt, sei ohnehin stark befahren. Kinder, die hier zur Schule gingen, und ältere Menschen, die einen mobilen Einkaufsmarkt aufsuchten, müssten geschützt werden. Mehr Kontrollen wünscht sich Koark auch in der Ortslage von Nardt auf der B 96. "Aus meiner Sicht wird dort gerast", sagt der Bürgermeister. Der stationäre Blitzer im Ortsteil Nardt ist schon vor einigen Jahren abgebaut worden. Ein weiterer Abschnitt, auf dem zu oft zu schnelle Autofahrer unterwegs seien, sei die Kreisstraße in Seidewinkel. "Auch hier sollte öfter kontrolliert werden", stellt Dietmar Koark fest. Allerdings haben die Gemeinden keinen großen Einfluss auf die Entscheidung, ob, wo und wann ein mobiler Blitzer eingesetzt wird. Sie übermitteln lediglich die Hinweise der Bürger ans Landratsamt, bestätigt Lautas Bauamtsleiter Wolfhard Persicke. Das aber funktioniere gut. Kurzfristig, aber ohne Anmeldung wird mit Blitzer-Einsätzen reagiert, lobt er. Dass die Ordnungshüter des Landkreises die Karl-Liebknecht-Straße in Lauta als einen Schwerpunktbereich für Kontrollen betrachten, kann Persicke indes nicht ganz nachvollziehen. Die Straße sei in einem sehr schlechten Zustand. Deutlich beliebter bei unbelehrbaren Rasern sei dagegen die Friedrich-Engels-Straße.