In einer Woche hat der FC Lausitz das erste Rückrunden-Punktspiel zu bestreiten - und wenn man es darauf angelegt haben sollte, den nächsten Gegner zu täuschen, dann ist das mit Brillanz gelungen.
Doch im Ernst: Der Gegner aus Ortrand stellte sich als eine Mannschaft vor, die einen kraftvollen Fußball bot und auch vor kleinen Nicklichkeiten nicht zurückschreckte. Das kann aber keine Entschuldigung für die Vorstellung sein, die die Gastgeber an diesem Tage boten. Dabei hatte man zu Beginn auf Besseres hoffen können, ging der FC Lausitz doch nach 19 Minuten durch Nitsche in Führung. Doch die hielt nur ganze zwei Minuten: Schuldt foulte unnötig einen Gegner im Strafraum und Mroß durfte den mit platziertem Schuss verwandelten Strafstoß aus dem Netz holen. Jetzt ließen die Hausherren bereits deutlich nach, was Ortrand fünf Minuten vor dem Wechsel zur 2:1-Pausenführung nutzte.
In der zweiten Spielhälfte machten die Hoyerswerdaer dann falsch, was man nur im Fußball falsch machen kann. Hohe Bälle statt flachen Pässen, unmotivierte und gefährliche Rückspiele, mangelnde Deckungstreue und taktische Fehlleistungen ohne Ende. Beim dritten und fünften Gegentor ließ man praktisch den gesamten Angriff ungedeckt, die Gästestürmer konnten sich allein vor Mroß die Bälle nach Belieben vorlegen und ungehindert vollenden. Zu allem Überfluss knallte Häusler dann noch einen Freistoß in der eigenen Hälfte einem Gegenspieler aus Nahdistanz auf den Körper - das Leder sprang zu einem frei stehenden Gegner, der ebenfalls leichtes Spiel hatte und zum 1:4 verwandelte.
Alles in allem bleibt nur, auf die - allerdings wohl nur im Theater geltende - Weisheit zu hoffen, dass eine verpatzte Generalprobe eine glanzvolle Premiere verspricht.
Der FC Lausitz spielte mit: Mroß, Nitsche, Petko, Schuldt, Marcel Mark, Schöne, Lange, Kotal, Lupp, Droge, Pasbrig, Häusler, Syckor

FC Lausitz Hoyerswerda - Spremberger SV 1862 1:2 (0:1). Bei extremen Wetterbedingungen hatte Spremberg die Seite mit dem Sturm im Rücken gewählt und versuchte so, den Gastgeber zu überrennen. So gab es auch die einzige echte Gefahrensituation vor dem Wechsel für Mroß, als ein aus gut 50 Metern geschlagener Ball vom stürmischen Wind weit und unberechenbar fast ins Tor abgetrieben wurde (21.). Durch eine unglückliche Situation gerieten die Gastgeber Sekunden vor der Pause dann doch in Rückstand. Knippa wurde im Zweikampf verletzt und das nutzte der Ex-Hoyerswerdaer Lewa (ebenso wie Mathiszik im Dress der Spremberger), um allein davonzuziehen.
Nach der Pause ergaben sich Chancen auf beiden Seiten, bis ein individueller Fehler den Gästen den zweiten Treffer bescherte (66.). Danach zog der FC Lausitz noch einmal an, hatte wiederholt seine Möglichkeiten, war meist aber gedanklich nicht schnell genug. In der 75. Minute belohnte sich jedoch Pasbrig für seine enorme Laufarbeit selbst, als er den Treffer zum 1:2-Endstand markierte. (gm)
Der FC Lausitz spielte mit: Mroß, Nitsche, Marcel Mark, Tschimev, Knippa (46. Köppner), Syckor, Häusler, Kotal, Lupp, Pasbrig, Droge