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| 20:08 Uhr

Hoyerswerda
„Kein Job ist nur schön“

Remo und Anita gehören noch nicht zum Stammpublikum, aber kommen immer gern vorbei. Vor allem die tollen Livekonzerte sind ein Magnet.
Remo und Anita gehören noch nicht zum Stammpublikum, aber kommen immer gern vorbei. Vor allem die tollen Livekonzerte sind ein Magnet. FOTO: Heinz Hirschfeld
Hoyerswerda. Am Samstagabend hat im „Black Raven“, dem ehemaligen Einsteinklub, die Luft gebrannt. Inhaber Thomas Eckhardt blickte auf 21 Jahre „Black Raven“ in eigener Hand zurück. Zum Pub-Geburtstag hatte er sich die Seidewinkler Band „Brain Stew“ eingeladen. Alle paar Wochen weist ein großes Schild an seiner Kneipe auf Livemusik hin. Livekonzerte haben schon viel Stammpublikum angezogen.

Zudem ist er in der glücklichen Lage, dass er schon seit 1987 im Einsteinklub gearbeitet hat. Daraus resultieren noch viele Kontakte zu Bands und Künstlern. Zudem beobachtet er die Musikszene in Deutschland und hat auch immer ein waches Auge auf das, was sich musikalisch in Hoyerswerda tut. In seiner Kneipe hat er Musikanten auch als Gäste kennengelernt, wie eben „Brain Stew“ aus Seidewinkel. Dank dem Hoyerswerdaer Urgestein Reinhardt „Pfeffi“ Ständer hat es Ecki geschafft, im ‚Folker‘, einer Fachzeitschrift für Folkmusik, in einer Art Börsenspalte zu erscheinen, wo Bands Auftrittsmöglichkeiten suchen und Kneipen Auftrittsmöglichkeiten anbieten. Ecki freut es, dass er auch bei jungem Publikum punktet. Er betreibt keine Gaststätte mit gehobenem Niveau, aber es ist eine saubere Kneipe mit Flair, und das wird geschätzt.

Es ist die einzige Kneipe in Hoyerswerda, die mit „Kilkenny“ und „Guiness“ irisches Bier ausschänkt. Wer sich in Eckis Kneipe umschaut, entdeckt etwa 150 „Schwarze Raben“ („Black Raven“), an den Wänden, auf Tischen, der Theke. Sie sind zum Markenzeichen geworden.

Besonders stolz ist er, dass es in seiner Kneipe den ältesten Stammtisch der Stadt gibt. Gegründet wurde er 1964, zwar nicht im selben Haus wie heute, sondern in verschiedenen Hoyerswerdaer Kneipen, und später im „Black Raven“. „Die Truppe kommt noch heute jeden Mittwoch und diskutiert über Gott und die Welt bei einem Glas Bier“, verrät Ecki.

Trotzdem, es sei in Hoyerswerda nicht immer einfach als Kneiper. Wenn Mitbewerber, wie die KuFa, eine Mugge bieten, dann fällt für die anderen auch was ab.Und Ecki nimmt zu Livekonzerten keinen Eintritt. Diese Rechnung geht meistens auf. Nur wenn in der ganzen Stadt keine Angebote sind, ist auch bei ihm Flaute angesagt. „Ja, kein Job ist nur schön“, sagt er mit etwas süßsaurer Miene.

Bei Ecki sind Traditionen zu Haus. Damit versucht er auch neues Kneipenpublikum heranzuziehen. So ist im letzten Jahr das Revival des Bergmannstages hinzugekommen, mit großem Publikumsinteresse. Ecki bleibt dran, und will es zur Tradition machen.

(hir)