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Bismarck-Gedenkstätte auf Hutberg wieder vorzeigbar

Wolfgang Heichel am Bismarck-Gedenkstein auf dem Hutberg in Kamenz.
Wolfgang Heichel am Bismarck-Gedenkstein auf dem Hutberg in Kamenz. FOTO: Reinhard Hoffmann/rhf1
Kamenz. Der Kamenzer Hutberg ist ein Platz mit zahlreichen Orten des Erinnerns. Eine Gedenkstätte bekam hier auch Otto von Bismarck (1815 bis 1889). rhf1

Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde ihm zu Ehren am 1. April 1895 am Fuße des Hutbergs eine Gedenkstätte errichtet. Doch diese und der Granitobelisk verfielen, die Bronzeplatte verschwand.

Der Kamenzer Wolfgang Heichel als Anrainer des Hutberges unternahm einige Versuche, diesen Zustand zu beenden. Nach zähen Behördenwegen setzte er sich auf einen Bagger und richtete das 67 Jahre am Boden liegende Denkmal wieder auf, putzte die Ziegelsteine der alten Umfriedung und gewann Handwerker aus der Stadt für die verschiedenen Sanierungsarbeiten. Auch seine Frau packte mit zu.

Wolfgang Heichel beschaffte auch eine Nachbildung des Reliefs mit dem Bildnis von Bismarck. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag kamen nun mehr als 50 Kamenzer zur offiziellen Übergabe der sanierten Gedenkstätte.

Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz wünschte sich und den Bürgern der Stadt, dass der Gedenkort als Möglichkeit genutzt werde, sich mit der deutschen Geschichte intensiver und aufgeschlossen zu befassen. Für einige ist Bismarck einer der Gründerväter Europas, andere verurteilen die Etablierung Preußens mit "Blut und Eisen" und nicht wenige heben die von ihm initiierten Sozialgesetze hervor. Seine Verehrung zu Lebzeiten und erst recht die nach seinem Tod ließ ihn zum Ehrenbürger in mehr als 450 deutschen Städten werden. Dazu zählen auch Dresden, Bautzen, Kamenz und Görlitz.