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Bis zum Spatenstich kann es noch Jahre dauern

Der gegenwärtige Verlauf der B 156 mitten durch Niedergurig ist von engen Kurven geprägt.
Der gegenwärtige Verlauf der B 156 mitten durch Niedergurig ist von engen Kurven geprägt. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Niedergurig. Im aktuellen, bis 2030 gültigen Bundesverkehrswegeplan hat es nur ein Straßenbauprojekt aus dem Landkreis Bautzen in den vordringlichen Bedarf geschafft: der Bau der Ortsumfahrung Niedergurig (Gemeinde Malschwitz) im Zuge der Bundesstraße 156. Wann das Projekt tatsächlich beginnen kann, steht noch nicht fest. Uwe Menschner / ume1

Der seit 2009 in Arbeit befindliche Vorentwurf für die Verlegung der B 156 im Bereich von Niedergurig ist Ende vorigen Jahres zur Genehmigung eingereicht worden. Das erklärt Nicole Wernicke von der Pressestelle des Landesamtes für Straßen und Verkehr (Lasuv) auf Anfrage.

Allerdings bilde dieser Entwurf - wie auch der Name schon nahelegt - lediglich den Anfang des Planungsverfahrens. "In diesem Jahr erfolgt die Planung zur Erlangung des Baurechts, um die Planfeststellung beantragen zu können", führt die Sprecherin weiter aus. Das Planfeststellungsverfahren stelle sicher, dass "alle Bürger ihre Belange vortragen und sich in die Entscheidungsfindung einbringen können." Das Verfahren sorge für Transparenz und Berücksichtigung aller berechtigten Interessen. Einen Zeitrahmen für das Verfahren kann Nicole Wernicke nicht benennen, jedoch: "Es braucht eine angemessene Zeit, um eventuelle Hinweise und Einwände gewissenhaft zu prüfen." Schließlich müsse am Ende des Verfahrens Rechtssicherheit für alle Beteiligten stehen.

Laut dem Projektinformationssystem zum Bundesverkehrswegeplan soll die B 156 im Bereich Niedergurig auf 2,2 Kilometern Länge neu gebaut werden. Die Kosten werden auf 6,2 Millionen Euro geschätzt. Der Neubau soll demnach den "unzureichendsten Abschnitt der gesamten B 156 zwischen Bautzen und Weißwasser" beseitigen.

Der gegenwärtige Zustand sei in der Ortslage Niedergurig durch "enge Kurven mit Radien unterhalb der Grenzwerte" gekennzeichnet. Ein Ausbau der bestehenden Trasse mitten durch den Ort könne keine wesentliche Verbesserung bringen. Von einem Neubau würden sowohl die Reisenden auf der Bundesstraße als auch die Bewohner von Niedergurig profitieren. Von den im Rahmen der Vorplanung betrachteten fünf Varianten werde die "mittlere westliche Umfahrung" favorisiert, da diese das geringste Konfliktpotenzial hinsichtlich des Naturschutzes aufweise. Allerdings verlaufe auch diese Variante vollständig durch ein Vogelschutzgebiet.

An der B 156 nördlich von Bautzen sind schon in der Vergangenheit umfangreiche Bauvorhaben realisiert worden. So erhielt 2014 die Ortsdurchfahrt Niedergurig - also ein Teil des Abschnitts, der jetzt durch die Umfahrung vom Fernverkehr befreit werden soll - eine neue Asphaltdecke und Fußwege. Bereits zwischen 2008 und 2012 erfolgte der Ausbau zwischen Sdier und der Kreisgrenze. Noch eher, nämlich 2004, erhielt Uhyst/Spree eine erneuerte Ortsdurchfahrt.