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| 19:16 Uhr

Hoyerswerda
Die Kitas bleiben auf dem Prüfstand

In Hoyerswerda gibt es zurzeit 21 Kitas und Horte. Ziel ist laut Analyse, Häuser zusammenzulegen, um den Überschuss abzubauen.
In Hoyerswerda gibt es zurzeit 21 Kitas und Horte. Ziel ist laut Analyse, Häuser zusammenzulegen, um den Überschuss abzubauen. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Noch ist nichts entschieden – aber in der Verwaltung wird mit spitzem Stift gerechnet. Denn: Die Kita-Kosten in Hoyerswerda belaufen sich auf mehr als acht Millionen Euro. Die Verwaltung prüft: Welche Kosten sind gerechtfertigt und welche Häuser werden auch in Zukunft noch gebraucht? Von Sascha Klein

Sprechen, Rechnen und Verhandeln – das sind momentan die drei Hauptaufgaben für die Hoyerswerdaer Verwaltung, wenn es um die Kosten für die Kita-Betreuung und den weiteren Umgang mit der Standortanalyse für Kita und Horte geht. Bis Ende März, also nur noch gut fünf Wochen, haben sich die Verantwortlichen Zeit gegeben, um eine Lösung für beide drängende Probleme zu finden.

Punkt 1 – die Kita-Finanzen: Noch immer ist nicht ganz klar, wie hoch der Mehrbedarf der Kitas in der Stadt für die Personalkosten im Jahr 2018 ist. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage sagt Stadt-Sprecher Bernd Wiemer, die Verwaltung werde aufgrund der thematischen Komplexität keine Zwischenberichte abgeben. Das bedeutet: Erst wird fertig gerechnet und abgewogen, dann gibt es Fakten auch für die Öffentlichkeit.

Kürzlich hatte die Stadtverwaltung jedoch erste Aussagen öffentlich gemacht, wie es zu den Mehrkosten im Jahr 2017 in Höhe von 900 000 Euro gekommen war. Im November hatte die Verwaltung dieser Kosten-Hammer eiskalt überrascht. Die Situation stellt sich nach Rathaus-Angaben jetzt so dar: Einige freie Kita-Träger haben erst im August und September 2017 veränderte Kosten- und Finanzierungspläne bei der Stadtverwaltung eingereicht – nach den Tarifverhandlungen. Wie die Verwaltung betont, sei es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät gewesen, diese Daten in den Haushalt 2017 einfließen zu lassen.

Nur ein Träger hatte bereits im Oktober 2016 angezeigt, dass es Tarifverhandlungen geben werde. Er habe im Februar 2017 über mögliche Auswirkungen informiert und den geänderten Kostenplan im August 2017 bei der Stadtverwaltung eingereicht. Das Zwischenergebnis: Im Haushalt 2017 konnten die meisten Mehrausgaben nach Rathaus-Angaben gar nicht enthalten sein, weil sie erst im Herbst bekannt geworden sind.

Ein kleines Trostpflaster: Von den knapp 900 000 Euro, die die Stadt Hoyerswerda kurzfristig nachschießen musste, sind gut 130 000 Euro nicht verbraucht worden. Für das Jahr 2017 hatte die Hoyerswerdaer Verwaltung die geplanten Kosten für die Kita-Betreuung von 7,46 Millionen Euro auf 8,36 Millionen Euro erhöht.

Die bisherigen Untersuchungen des Rechnungsprüfungsamts der Stadtverwaltung haben jedoch auch ergeben: Den Wirtschaftsplan 2016 haben nur vier von elf freien Trägern fristgerecht bis zum 31. Juli 2015 eingereicht. Den Plan 2017 haben nur drei Träger bis zum 31. Juli 2016 eingereicht.

Hat die Stadtverwaltung bei den Berechnungen für die Jahre 2016 und 2017 alles richtig gemacht? Das Rathaus beantwortet diese Frage mit „Ja, aber“. Das Aber resultiert daraus, dass bei der Erstellung der Planung viele Daten zu Mehrkosten durch den geänderten Betreuungsschlüssel für Kitas und die anstehenden oder laufenden Tarifverhandlungen noch unklar waren. Nicht beachtet worden seien die Nachzahlungen aus dem Vorjahr, heißt es seitens der Stadtverwaltung.

Punkt 2 - die Kita-Standortanalyse: Klar ist bislang nur eines: Die Stadt Hoyerswerda verfügt über rund 240 Krippen-, Kita- und Hortplätze, die dauerhaft unbesetzt sind. Insgesamt verfügt die Stadt über etwa 2250 Plätze. Was die Analyse empfiehlt: Plätze sollen vor allem in der Neustadt verringert werden. Auch dazu verhandelt die Stadtverwaltung gerade mit den Trägern. Auch zu diesem Thema soll es Ende März erste Ergebnisse geben. Laut Stadt-Sprecher Bernd Wiemer ist ein Stadtratsbeschluss nötig, um Überkapazitäten abzubauen. Sobald es eine Entscheidung dazu gebe, wird die Stadtverwaltung diese umsetzen. Die Analyse sagt: Sinnvoll wäre einerseits eine Verringerung der Träger insgesamt. Bislang kümmern sich elf Träger um 21 Kitas in Hoyerswerda. Andererseits sollten Stadt und Träger gemeinsam beraten, wo eine Verringerung der Plätze sinnvoll ist. Das sei nur möglich, indem eine oder mehrere Einrichtungen mittelfristig schließen, heißt es. Im Fokus steht der Analyse zufolge der Erhebungsbezirk 3 – dazu zählen die Wohnkomplexe VIII bis WK X, einschließlich Kühnicht und der Grünewaldring.

In der Altstadt gebe es dagegen eher einen Platzmangel. Als extrem wichtig stuft die Analyse die Einrichtungen „Am Zoo“ und „Am Elsterbogen“ ein. Vor allem im Kinderhaus „Am Zoo“ stehen noch Investitionen in Höhe von geschätzt 650 000 Euro an. Unangetastet sollen die Standorte in den Hoyerswerdaer Ortsteilen bleiben.