Von Rainer Könen

Wie wird aus einem etwa drei Tonnen schweren Steinklotz, den ein schwerer Kran von einem Lastkraftwagen ablegen muss, ein „Glückliches Pferd“? Das ist die Skulptur, die der Armenier Haik Tokmanian beim diesjährigen 12. Hoyerswerdaer Bildhauersymposium aus diesem Sandsteinblock gestalten will.

Der Russe Dimitrii Fedin will aus einem anderen, ebenfalls knapp drei Tonnen schweren Block, ein zierliches „Entlein“ entstehen lassen. Und das in einem Zeitraum von elf Tagen.

Für symposienerfahrene Bildhauer sei das kein Problem, erklärt Martina Rohrmoser-Müller vom Groß Särchener Steinkunst-Atelier Wera. Sie ist von den eingereichten Skizzen und Fotos der teilnehmenden Künstler geradezu begeistert, hofft darauf, dass „das bestimmt wieder eine sehr inspieriernde Veranstaltung wird“.

Rohrmoser-Müller war auch in den Zoo gekommen, um die beiden Steinblöcke, die von einem Warthaer Unternehmen geliefert wurden, in Empfang zu nehmen. Zwei Sandsteinblöcke sind es, die aus einem in der Sächsischen Schweiz gelegenen Ort, aus dem Reinhardtsdorfer Steinbruch, kommne. Das Groß Särchener Steinkunst-Atelier organisiert gemeinsam mit der Hoyerswerdaer Zookultur das Bildhauersymposium . Das hat in der Stadt eine lange Tradition. Fünf Künstler aus dem In- und Ausland sowie zwölf Schüler des Kunstleistungskurses des Foucault-Gymnasiums und Auszubildende der Sächsischen Steinmetzschule aus Demitz-Thumitz machen mit.

Im ehemaligen Trampeltiergehege kann den Künstlern vom Donnerstag nächster Woche an bei der Arbeit über die Schulter geschaut und ein direkter Austausch gepflegt werden. Eine Art offene Werkstatt.

Thematisch orientiert sich die zwölfte Ausgabe des Bildhauersymposiums am 60. Zoogeburtstag. Ergo heißt das Motto daher auch „Mensch-Tier-Seele“. Es wird am Stein wie auch am Holz gearbeitet.

„Die Holzstücke werden in der nächsten Woche geliefert“, so Martina Rohrmoser-Müller weiter. Wer in den zurückliegenden Jahren diese Veranstaltungen besuchte, wird sich sicher noch daran erinnern, dass es bei der Arbeit an den Skulpturen ob der benutzten technischen Geräte nicht unbedingt geräuscharm zuging. Um die akustische Belastung für Zootiere und Besucher nun in Grenzen zu halten, muss die Arbeit der Künstler zu 60 Prozent manuell erfolgen.

Besonders freuen sich die Organisatoren auf die teilnehmenden Schüler des Foucault-Gymnasiums. „Die werden hier mit einer Atmosphäre konfrontiert werden, die so ganz anders sein wird als im Klassenzimmer“, so Martina Rohrmoser-Müller. Man darf gespannt sein, wie die Schüler, wie die Auszubildenden der Steinmetzschule an die Werkstücke herangehen werden.
Auf jeden Fall, davon ist die Groß Särchenerin überzeugt, wird es beim 12. Hoyerswerdaer Bildhauersymposium wieder „eine gute Zeit für die Kunst geben“. Sie ist zuversichtlich, dass die Skulpturen nach Beendigung dieses elftägigen Workshops auch interessierte Käufer finden werden.