Gleich hinter der großen Eingangstür steht der Ständer, an dem jeden Morgen das aktuelle Tagesprogramm befestigt wird. Was ist also los an diesem x-beliebigen Dienstag in Hoyerswerdas nagelneuem Bürgerzentrum Braugasse 1? Die dicht beschriebene Liste verspricht so einiges: 15 Veranstaltungen plus zwei Ausstellungen sind für den Tag angekündigt: Schon um 9 Uhr hat sich der Keramikkurs getroffen, gegen Mittag sind drei Räume für einen Lernkultur-Workshop reserviert. Am Nachmittag probt die Seniorentheatergruppe und in der Medienwerkstatt trifft sich die Video AG. Die Bands des Lessing-Gymnasiums tüfteln für zwei Stunden im Bandprobenraum an ihrem Sound, während der Englisch-Stammtisch im Seminarraum an seiner Aussprache feilt. Und zwei Kinoveranstaltungen im Saal gibt es an diesem Tag auch noch.. . .

Dass das für 5,9 Millionen Euro errichtete Kulturhaus in Hoyerswerdas Altstadt wirklich zu einem Treffpunkt für viele Menschen wird - daran hatten alle im Kulturfabrik-Verein von Anfang an geglaubt. "Und unsere Erwartungen haben sich voll erfüllt", sagt Geschäftsführer Uwe Proksch. Die gute Bilanz lässt sich inzwischen an konkreten Zahlen belegen. Waren in den vergangenen Jahren jeweils zirka 34 000 Besucher in das alte Kufa-Domizil "Zwischenbelegung" gekommen, stehen für 2015 rund 40 000 Gäste zu Buche. Das stattliche Plus dürfte ausschließlich auf die vier Monate nach der Eröffnung von September bis Dezember zurückgehen. Das Interesse am neuen Haus war und ist enorm. Viele neue Partner, Wirtschaftsunternehmen, Verbände und Gremien wie der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien haben plötzlich ihre Tagungen nach Hoyerswerda in das schmucke Kulturzentrum verlegt.

So kann das Bürgerzentrum inzwischen auch bei den reinen Veranstaltungszahlen ein deutliches Plus verzeichnen. Waren von Januar bis März 2015 insgesamt 406 Veranstaltungen im alten Haus gelaufen, kommen im gleichen Zeitraum 2016 insgesamt 486 Kurse, Konzerte, Aufführungen, Ausstellungen und Seminare zusammen. Darunter sind auch viele neue Veranstaltungsreihen mit teils beachtlichem Erfolg beim Publikum: So wie die After Work Lounge, die es bis Mitte April immer donnerstags gab mit Unterstützung von der "Klangapotheke" und DJ Heartbeatz. Das erste Kneipenquiz hatte einen großartigen Start und lockte auch jüngeres Publikum in die Kufa. "Beim Blow-up-Kino freuen wir uns ebenfalls auf fast doppelt so hohe Besucherzahlen", so Proksch.

In den nächsten Wochen stehen weitere neu erdachte Veranstaltungen auf dem Plan. Erstmals wird es am 30. April ein "Kulinarisches Kino" geben: Zur unterhaltsamen französischen Komödie "Kochen ist Chefsache" wird ein delikates Drei-Gänge-Menü aus der Küche des Café Auszeit serviert. Ein kulinarisches Erlebnis soll außerdem der erste Sonntagsbrunch werden. Am 29. Mai wird diese Premiere stattfinden - und zwar als mexikanischer Brunch mit Liveband.

Neu im Kufa-Programm ist außerdem der "Erzählsalon". Diese vom IBA-Studierhaus erdachte Gesprächsreihe kommt nun auch nach Hoyerswerda. In der ersten Auflage am 27. April will Moderator Christian Völker bei Knabbereien und Wein den ganz persönlichen Geschichten der Gäste nachspüren. Jeder kann dabei zum Erzähler werden.

Zum Thema:
Der Kulturfabrik Hoyerswerda e.V. ist "Verein des Jahres 2015" in der Sparte Kultur geworden. Die Auszeichnung fand Montagabend im Lingnerschloss zu Dresden statt. Eine Jury wählte die Kulturfabrik Hoyerswerda auf den ersten Platz. 169 Vereine waren in den Sparten Soziales, Sport und Kultur nominiert. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro, gestiftet von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, verbunden.